Das nördlichste Freilichtmuseum von Finnland – das Kirchhüttendorf bei Utsjoki

Da die Entfernungen in Lappland gigantisch sind und die samische Bevölkerung sehr verstreut lebte, war der sonntägliche Gang zur Kirche im 18. und 19. Jahrhundert eine halbe Weltreise. Die Menschen reisten oft tagelang mit Booten oder Rentierschlitten an.

Um vor Ort zu übernachten, bauten sich die einzelnen Samenfamilien eigene kleine Holzhütten direkt in der Nähe der Kirche. Genutzt wurden sie vor allem an großen kirchlichen Feiertagen, aber auch, um Märkte zu besuchen, Steuern zu zahlen oder Gerichtsverfahren zu führen.

Die Kirchhütten sind alte Gebäude im Besitz samischer Familien. Darüber hinaus gibt es auf dem Gelände eine Gerichtshütte (heute ein Souvenirladen) und die Hütte des Vogts (heute ein Cafê mit guten Waffeln) Die Hütten waren bis Mitte der 1940er Jahre in Gebrauch und einige wurden zwischendurch an andere Orte versetzt. An ihren ursprünglichen Standorten befinden sich die Gerichtshütte und die Hütte des Katecheten Holmberg. Die Kirchhütten stehen unter dem Schutz der finnischen Denkmalschutzbehörde (Museovirasto).

Weiter bei unserem Rundgang im Kirchhüttendorf

Die Reste einer ehemaligen Poststation (Kestikievari) in Lappland

In Finnland, zumindest in der Region Lappland, gab es vor den Kriegen bekanntermaßen ein florierendes System von Poststationen (Kestikievari). Die Idee dahinter war, dass diese Herbergen in regelmäßigen Abständen liegen mussten, damit Reisende, Landarbeiter und, Goldsucher und andere Abenteurer auf ihren Wegen eine Unterkunft für die Nacht fanden. An genau dieser Stelle befand sich einst eine solche Poststation. Ganz genaue Informationen darüber oder über den genauen Zeitraum gibt es zwar nicht, aber das Fundament und der Keller des Gebäudes sind immer noch leicht zu finden1. Der Keller hier ist mit Müll verunreinigt.

Es existieren noch Teile des Fundaments und links sieht man die Abdeckung des Kellers.

Nördlich des Berges Kaunispää, unterhalb des berüchtigten Straßenabschnitts Magneettimäki (Magnetberg), fließen der Fluss Alajoki und der Paljakaisenjoki zusammen. Genau dort im Mündungsbereich befand sich die historische Stätte Paljakainen.  
Das Gebäude wurde ursprünglich im Jahr 1893 als Wildnishütte direkt am historischen Ruijan polku errichtet, um Wanderern und Postboten Schutz zu bieten.
Später wurde die Hütte renoviert und zu einem richtigen Gasthof ausgebaut. In ihrer Blütezeit war sie eine wichtige und recht große Station für Reisende in den Norden. Zum Hof gehörten unter anderem ein Stall für sechs Pferde, ein Kuhstall für zwei Kühe, ein Heuschober, ein Vorratsspeicher (Aitta) und natürlich eine Sauna.  
Wie fast die gesamte Infrastruktur Lapplands wurde auch die Anlage am Paljakaisenjoki während des Lapplandkrieges (1944–1945) beim Rückzug der deutschen Truppen komplett niedergebrannt.2 

Die ehemalige Poststation wurde mit einem traditionellen Geocache versehen. Bei der Routenplanjng entdeckte Brigitte die Beschreibung. Dabei mussten wir den Paljakaisenjoki überqueren. Im Hintergrund sieht man die Brücke für die Motorschlittenroute (Kelkkareitti) sowie einen Luontopolku (Naturpfad) entlang des alten Postweges.

Weiter zum Cache und der Geschichte der Poststationen

Suomussalmi – das Stille Volk

Wir übernachteten mit anderen Camp:innen auf einem Parkplatz am Hafen und Freizeitgelände in Suomusssalmi. Am Vorabend haben wir einen Einblick in die Situation der Jugendlichen bekommen, da hier im Freizeitbereich ein Treffpunkt für viele junge Menschen sein dürfte..Wie groß das Alkohol- oder Drogenproblem ist können wir nicht sagen, aber es war sichtbar.

Heute machten wir nach dem Adventure Shopping, so nenne ich das gemeinsame Einkaufen im Urlaub, Station beim Stillen Volk einige Kilometer außerhalb der Stadt.

Mir ist beim Betrachten der Performance der Begriff „das vergessene Volk“ eingefallen. Hier in Finnland und Skandinavien die Samen, die jahrhundertelang um ihre Rechte und Anerkennung kämpfen. Das gilt auch für Berufsgruppen, wie Reinigungspersonal, Menschen, die bei der Müllabfuhr arbeiten, oder Essensliefefant:innen, die sich oftmals nur über ihre Gewerkschaft Gehör ver schaffen können. In einer Gesellschaft, die so intensiv von Reizen, Influencer, Highlights, Rekorden und Schreckensnachrichten getrimmt ist, gibt es viele stille (vergessene) „Völker“.

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Helsinki – Musik – Literatur – Sport

In einem Artikel lassen sich unsere Erlebnisse in Helsinki gar nicht zusammenfassen. Jetzt einmal zu Kunst und Kultur. Ein grosser Park ist nach ihm benannt. Busreise kommen hier Tourist:innen vorbei, um sich das Denkmal anzusehen.

Jean Sibelius gilt als einer der bedeutendsten Komponisten Finnlands und ist einer der wenigen, die über die Grenzen ihrer Heimat hinaus berühmt wurden. Im deutschsprachigen Raum ist er vor allem durch sein Violinkonzert d-Moll op. 47 sowie seine sinfonischen Dichtungen bekannt, in denen er u. a. Themen aus der finnischen Sagenwelt und Mythologie verarbeitete, wie z. B. aus dem Nationalepos Kalevala.

Personen wurden mittels KI wegretuschiert

Das Denkmal wurde von der Künstlerin Eila Hiltunen entworfen und 1967 eingeweiht. Das Denkmal besteht aus über 600 hohlen Stahlröhren, die zusammen wie eine Orgel wirken und die kreative musikalische Schaffenskraft Sibelius symbolisieren  Es befindet sich im Sibelius–Park im Stadtteil Töölö.

Wenn man seine Zusammenfassung über seine Lebensgeschichte liest. Ein Mann voll innerer Zerrissenheit, Zweifel und Schaffenskraft.
In Favoriten gibt es bei uns eine Sibeliusszrasse.

Weiter mit der Nationalhymne und den Sportlegenden

Schloss Kastelholm der „Schlüssel zu Schweden“

Bei unserer Weiterfahrt auf den Ålandinseln besuchen wir Schloss Kastelholm. Beim Eingang werden wir auf deutsch begrüßt. Der Portier war als Kind vor 53 Jahren 10 Monate in Wien, weil seine Mutter dort beruflich tätig war.

Dieses Bild stammt aus einer Broschüre. In Finnland gibt es nur wenige Schlösser, deshalb ist Kastelholm nicht nur touristisch sondern auch historisch wichtig. Sie ist auch die einzige Burg auf den Ālandinseln.

Die Burg wurde Ende des 14. Jahrhunderts (ca. 1384) erbaut und diente über Jahrhunderte als strategisch wichtiger Außenposten des schwedischen Reiches. Sie wurde im Laufe der Zeit mehrfach belagert, erweitert und im Jahr 1745 durch einen verheerenden Brand weitgehend zerstört.

Kastelholm erlebt seine Blütezeit. In historischen Schriften wird die Festung oft als „Schlüssel zu Schweden“ bezeichnet, da sie ein unverzichtbarer Vorposten zur Verteidigung Stockholms war. Sie wird mehrfach belagert (unter anderem 1507 von den Dänen) und von König Gustav Vasa stark ausgebaut. Vasa nutzt die umliegenden Wälder exklusiv für königliche Jagdausflüge.

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Mariehamn II

Wir nutzten unseren Aufenthalt am Campingplatz in Mariehamn auch für den ersten Wäschetag. Nach vier Wochengehen die textilen Vorräte langsam aus. Dazwischen immer wieder Rad – Geocaching – Touren.

Die Pommern am Westhafen von Mariehamn

Am Campingplatz haben wir ein deutsches Paar kennengelernt, die erstmals mit einem Camper unterwegs sind. Beide sind bereits seit über 30 Jahren beieinander und testen einmal das Camper:innenleben. Er hat schon einiges hinter sich gebracht. Er hat mit dem Fahrrad den gesamten amerikanischen Kontinent von Anchorge in Alaska bis Feuerland in Südamerika durchquert. Nach diesem Urlaub fliegt er sofort nach Kirkenes, um mit den Fahrrad bis Portugal zu fahren.

Da gehen wir es in Mariehamn gemütlicher an. Eine unserer Stationen beim Geocaching war diese Büste.

Die Witwe Gustava Andersson, geboren in Vardó, leitete ab 1883 22 Jahre lang das Seemannsheim in Mariehamn, das bis 1904 in ihrem Nachbarhaus untergebracht war. Das Heim war für die Seeleute, die auf ihre Anheuerung, ihre Offiziersernennung oder die Abfahrt zu den Segelschiffen warteten, von großer Bedeutung. Gustava genoss hohes Ansehen und war bei ihren Gästen sehr beliebt, die ihr sogar den Spitznamen „Stava-Tante“ gaben. (Info von der Tafel nebenan)

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Mariehamn und die Attacke der Seeschwalbe

Unsere erste Tour in Mariehamn findet bei wechselhaften Wetter statt, sodaß wir weiter entfernte Ziele nicht anpeilen. Wir wechseln zwischen der Ost- j d Westküste und nutzen das Angebot der heimischen Geocacher:innen, die uns interessanten Punkten führen. Mariehamn ist das Verwaltungszentrum der Ålandinseln, Sitz des Lagtings (Parlaments der autonomen Provinz Åland) und liegt auf der Hauptinsel Fasta Åland.

Panoramaaufnahme der Westküste

Museum oder Bootswerft – hier wurden in den letzten Jahrzehnten 30 verschiedene Holzboottypen gebaut. Wir treffen um ca. 11:00 ein. Mein erster Weg ist in einen Shop, um Postkarten und Briefmarken zu erwerben. dann nutzen wir die Stationen eines Adventure Labs,

In der gesamten Seefahrtsgeschichte Ålands

waren die Lotsen sehr wichtig, damit Schiffe die tausenden Gebiete des Archipels sicher passieren konnten. Heute werden sie mit modernen Booten zu den Schiffen geschickt. Hier ist ein Beispiel eines älteren Lotsenbootes aus Nyhamn.

Bei der fünften Station mussten wir für die Lösung zur Kapelle (das weiße Gebäude am Bild oben). Wie aus dem Nichts wurden wir plötzlich von Küstenseeschwalben attackiert. Aus Island wissen wir, dass die Schwalben hemmungslos zupacken und einen verletzen können. Beim Rückweg von der Kapelle sehen wir die Ursache des Angriffs. Ein Schealbenpaar brütet hier mitten am Weg ihre Eier aus.

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Grisslehamn – im „Warteraum“ auf die Fähre

Nach einer sehr kurzen Fahrt von Camping Bergby erreichen wir Grislehamn über die Trästabron (Trästabrücke) auf der Insel Väddo an der Ostseeküste des Ålandmeer. Bereits 2019 wählten wir diesen Ort als Ausgangspunkt für unseren Besuch der Åland Inseln.

Für unsere Tour durch den Ort nutzten wir die längere regenerierte Zeit am späteren Nachmittag.

Drei Themen beschäftigten uns bei dem Rundgang. Besonders präsent waren die Ereignisse der ehemaligen Postbootroute.

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Widerständiges Linz

zum „Aufcampen 2026“ haben wir uns in Höflein bei Ottensheim stationiert. Wir hoffen in den nächsten Tagen auf wärmere Temperaturen. Bis jetzt hatten wir typisches Aprilwetter von Graupelschauer bis Sonnenschein. Unser Womo hat auch etwas von einem Schlafwagen an sich. Nach der ersten Nacht kraxelten wir erst um 10:00 Uhr aus den Federn.
Für unser Besuchsprogramm in Linz nutzen wir die ideale Busverbindung, denn 100 m vom Standplatz ist die Busstation.

Das Mahnmal zu Ehren der Opfer des Nationalsozialismus wurde von Leopold Grausam geschaffen. Es ist Ausgangspunkt für ein Adventure Lab.

Unsere erste Station war das Denkmal am Bernaschek-Platz, das 1988 von den Opferverbänden errichtet wurde.

Mehr zur Geschichte des Februar 1934

Mahnmal für aktive Gewaltfreiheit beim Rathaus Linz
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The „Saw“ auf der Hirschalm

Die Temperatur sinkt während der Nachtstunden leicht in den Minusbereich, kurz nach Mittag gehen wir eine kleine Spazierrunde im hügeligen Gelände rund um die Hirschalm. Die Landwirte der Gegend nutzen das schöne Wetter für Holzarbeiten. Aus den Wäldern hört man das Surren der Motorsägen und die ersten Holzstapel zum Weitertransport für die Verarbeitung entstehen.

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