In der Küstenlandschaft und dem Urwald am Stegeborgslingan unterwegs

Wir starteten am Womo-Stellplatz beim Hafen bei der Schlossruine (Stegeborgs slottruins).

Der Stegeborg Rundslinga (Stegeborg-Rundweg) ist ein beliebter, malerischer Rundwanderweg in der schwedischen Provinz Östergötland (nahe Söderköping). Er führt durch abwechslungsreiche Schärenlandschaften, Mischwälder und bietet beeindruckende Ausblicke auf die Bucht Slätbaken.

Mit dieser Beschreibung des Wanderweges im Kopf, starten wir nach einem gemütlichen und ausgiebigen Outdoor-Frühstück. Es geht etwas bergauf zum ersten Aussichtspunkt.

Die Brücke führt auf die Insel Slottsholmen. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich Norrkrog. Eine Fähre verbindet die beiden Orte halbstündlich.

Dieser Baum war komplett von der Eichenmoosflechte überzogen.. Trotz des Namens handelt es sich botanisch gesehen nicht um ein Moos, sondern um eine Symbiose aus einem Schlauchpilz und Grünalgen. Wo sie vorkommt ist eine besondere Luftgüte vorhanden, denn sie wächst nicht bei Luftverschmutzung.
Eichenmoosextrakt enthält Inhaltsstoffe wie Atranorin und Evernion, die starke Kontaktallergien auslösen können. Die Nutzung in Kosmetika wird daher ih der EU streng begrenzt und reguliert. Früher wurde die Flechte genutzt, um Wolle in warmen Gelb-, Braun- und Grün-Tönen zu färben.

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Die Drachen von Sundsvall

Im Jahr 1888 wurde Sundsvall durch einen verheerenden Stadtbrand fast vollständig zerstört. Beim anschließenden Wiederaufbau entschied man sich, die Innenstadt komplett aus Stein neu zu errichten (das heutige historische Zentrum Stenstan).
Um die neu erbaute Stadt symbolisch vor zukünftigen Katastrophen und neuem Feuer zu schützen, wurde der Drache als Schutzpatron und Wächter etabliert.

Seit 1999 verwandelt sich die Innenstadt von Mai bis September in eine Open-Air-Galerie: Dutzende lebensgroße Drachenstatuen aus Glasfaser werden von lokalen Unternehmen gesponsert und von regionalen Künstlern individuell bemalt. Jede Figur erzählt eine eigene Geschichte – von Motiven aus Natur und Kultur bis hin zu modernen Firmendesigns.

Beim Rundgang in der Stadt bemerkten wir, dass die lustigen Drachenfiguren gerne als Fotomotiv mit Kindern genutzt werden.

Weiter im Rundgang durch die Stadt

Geocaching im Norden Schwedens

Während unserer Fahrten, Radtouren und Wanderungen sind wir auf der Suche nach diversen Geocaches. Die meisten Besitzer:innen dieser Geocaches wählen dafür Orte, die für landschaftlich schön, historisch interessant oder einen persönlichen Bezug haben. Ein paar dieser Orte stellen wir in diesem Blogbeitrag vor.

Der Norsjöån ist ein kleinerer Fluss in der Gemeinde Norsjö in der nordschwedischen Provinz Västerbottens län. Wie viele Flüsse in der schwedischen Holzindustrie-Region wurde auch der Norsjöån in der Vergangenheit für das Flößen von Baumstämmen gereinigt, begradigt und von großen Felsblöcken befreit.

In den mittleren Abschnitten des Flusses wurden Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt, um den natürlichen Lebensraum für Fische (wie Forellen und Äschen) und Wassertiere wiederherzustellen. Die Pflanze könnte ein Wiesenbocksbart sein.

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Geocaching in der Finnmark entlang der E6

Wir starten in Olderfjord mit einem Tankstellenstopp und nutzen hier auch die Gelegenheit wieder einmal AdBlue nachzutanken. Brigitte hat am Vortag jene Geocaches rausgesucht, wo in der Nähe auch ein Parkmöglichkeit für unser Womo vorhanden ist. Dabei nutzen wir auch die vorhandenen Pfade, um möglichst schonend mit der Natur umzugehen. Den Müll, den wir mitnehmen können, entsorgen wir in den nächsten Mülltonnen – die Spuren der Zivilisation sind vielfältig.

Caperaflechte

Ich bin kein Flechtenexperte, aber von den Fotos die mir bei der Auswahl zur Verfügung standen, habe ich mich für diese Art entschieden. Sie wächst meist auf Bäumen und in der Tundra auf kalkarmen Böden.
Flechten in der Kälte der Finnmark nur Bruchteile eines Millimeters pro Jahr wachsen, kann ein handtellergroßer Fleck auf dem Boden oder Stein locker 100 Jahre oder älter sein. Wenn man die Flechte anfasst, fühlt sie sich bei trockenem Wetter oft ganz brüchig und papierartig an – sobald es im Norden aber regnet oder neblig wird, saugt sie sich voll, wird elastisch und beginnt sofort mit der Photosynthese. Ein echter Überlebenskünstler auf dem kargen Tundraboden!

Durch die extremen Bedingungen – schwere Schneelasten im Winter, eisige Winde und der Permafrost im Boden – wachsen die Birken oft nicht gerade nach oben. Sie sind niedrig, knorrig, tief verzweigt und windgepeitscht, was den Wäldern ein fast märchenhaftes, uriges Aussehen verleiht.

Bei den Bäumen handelt es sich meist um die Moor-Birke auf Norwegisch Fjellbjørk). Sie bildet die klimatische Waldgrenze zur arktischen Tundra.
So widerstandsfähig diese Wälder gegen Kälte sind, so anfällig sind sie für einen winzigen Bewohner: die Raupen des Birkenspanners (fjellbjørkemåler).

In zyklischen Abständen (etwa alle zehn Jahre) kommt es zu Massenvermehrungen. Die Raupen fressen dann im Hochsommer ganze Hektare des Waldes komplett kahl. Große, grau-braune Flächen aus scheinbar abgestorbenen Stämmen sind die Folge.

Zwar erholen sich die Birken oft nach einigen Jahren wieder, doch der Klimawandel begünstigt mildere Winter, wodurch sich die Schädlinge weiter nach Norden und in höhere Lagen ausbreiten können.

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Das Leuchtfeuer am Ende des Kontinents – Slettnes Fyr

Hier mit einem weissen Rentier im Vordergrund

Der Leuchtturm wurde zwischen 1903 und 1905 errichtet, um den Seeweg zwischen Honningsvåg und Vardø sicherer zu machen.  
Während des Zweiten Weltkriegs nutzten die deutschen Besatzungstruppen den Turm als Beobachtungsposten. Beim erzwungenen Rückzug der Wehrmacht im Herbst 1944 (Taktik der „verbrannten Erde“) wurde die gesamte Station gesprengt. Nur die untere Hälfte des gusseisernen Turms überstand die Detonation.  
In den Jahren 1945 bis 1948 wurde die Anlage wiederaufgebaut. Da man den beschädigten Turm reparierte, statt ihn komplett zu ersetzen, ist Slettnes Fyr heute der einzige verbliebene gusseiserne Leuchtturm in der gesamten Finnmark – alle anderen zerstörten Türme der Region wurden nach dem Krieg aus Beton neu errichtet. 

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Mehamn und ein Cafê im nördlichsten Christmasmuseum der Welt

Unser nächstes Ziel ist der Ort Mehamn, den wir nur von unseren Hurtigrutenreisen als nördlichsten Hafen der Schiffsreise kennen. Vom Børselvfjell, wo wir die Nacht verbrachten schlängelte sich die Strasse 888 entlang der Mehamnelva zum Fischerort Mehamn an der Barentsee auf der Nordkinn-Halbinsel.

Auf der Suche nach einem Cafê bevor wir unsere Geocachingtour hier starteten landeten wir im nördlichsten Weihnachtsmuseum der Welt. Hier findet man über 27.000 Weihnachtsartikel, Weihnachtsmann-Figuren (Nisser) und Festtagsdekorationen. Es gilt damit als die größte bekannte private Sammlung dieser Art weltweit.
Am Vorabend war hier auch das Public-Viewing vom Spiel der norwegischen Fussballnationalmannschaft und die Nacht dauerte bis 5 Uhr früh. Der Wirt war noch ziemlich mitgenommen und wir bekamen zwei Tassen Cappucicno aus einem kleinen Kaffeeautomaten.

Weiter auf unserer Tour durch Mehamn

Das nördlichste Freilichtmuseum von Finnland – das Kirchhüttendorf bei Utsjoki

Da die Entfernungen in Lappland gigantisch sind und die samische Bevölkerung sehr verstreut lebte, war der sonntägliche Gang zur Kirche im 18. und 19. Jahrhundert eine halbe Weltreise. Die Menschen reisten oft tagelang mit Booten oder Rentierschlitten an.

Um vor Ort zu übernachten, bauten sich die einzelnen Samenfamilien eigene kleine Holzhütten direkt in der Nähe der Kirche. Genutzt wurden sie vor allem an großen kirchlichen Feiertagen, aber auch, um Märkte zu besuchen, Steuern zu zahlen oder Gerichtsverfahren zu führen.

Die Kirchhütten sind alte Gebäude im Besitz samischer Familien. Darüber hinaus gibt es auf dem Gelände eine Gerichtshütte (heute ein Souvenirladen) und die Hütte des Vogts (heute ein Cafê mit guten Waffeln) Die Hütten waren bis Mitte der 1940er Jahre in Gebrauch und einige wurden zwischendurch an andere Orte versetzt. An ihren ursprünglichen Standorten befinden sich die Gerichtshütte und die Hütte des Katecheten Holmberg. Die Kirchhütten stehen unter dem Schutz der finnischen Denkmalschutzbehörde (Museovirasto).

Weiter bei unserem Rundgang im Kirchhüttendorf

Die Reste einer ehemaligen Poststation (Kestikievari) in Lappland

In Finnland, zumindest in der Region Lappland, gab es vor den Kriegen bekanntermaßen ein florierendes System von Poststationen (Kestikievari). Die Idee dahinter war, dass diese Herbergen in regelmäßigen Abständen liegen mussten, damit Reisende, Landarbeiter und, Goldsucher und andere Abenteurer auf ihren Wegen eine Unterkunft für die Nacht fanden. An genau dieser Stelle befand sich einst eine solche Poststation. Ganz genaue Informationen darüber oder über den genauen Zeitraum gibt es zwar nicht, aber das Fundament und der Keller des Gebäudes sind immer noch leicht zu finden1. Der Keller hier ist mit Müll verunreinigt.

Es existieren noch Teile des Fundaments und links sieht man die Abdeckung des Kellers.

Nördlich des Berges Kaunispää, unterhalb des berüchtigten Straßenabschnitts Magneettimäki (Magnetberg), fließen der Fluss Alajoki und der Paljakaisenjoki zusammen. Genau dort im Mündungsbereich befand sich die historische Stätte Paljakainen.  
Das Gebäude wurde ursprünglich im Jahr 1893 als Wildnishütte direkt am historischen Ruijan polku errichtet, um Wanderern und Postboten Schutz zu bieten.
Später wurde die Hütte renoviert und zu einem richtigen Gasthof ausgebaut. In ihrer Blütezeit war sie eine wichtige und recht große Station für Reisende in den Norden. Zum Hof gehörten unter anderem ein Stall für sechs Pferde, ein Kuhstall für zwei Kühe, ein Heuschober, ein Vorratsspeicher (Aitta) und natürlich eine Sauna.  
Wie fast die gesamte Infrastruktur Lapplands wurde auch die Anlage am Paljakaisenjoki während des Lapplandkrieges (1944–1945) beim Rückzug der deutschen Truppen komplett niedergebrannt.2 

Die ehemalige Poststation wurde mit einem traditionellen Geocache versehen. Bei der Routenplanjng entdeckte Brigitte die Beschreibung. Dabei mussten wir den Paljakaisenjoki überqueren. Im Hintergrund sieht man die Brücke für die Motorschlittenroute (Kelkkareitti) sowie einen Luontopolku (Naturpfad) entlang des alten Postweges.

Weiter zum Cache und der Geschichte der Poststationen

Suomussalmi – das Stille Volk

Wir übernachteten mit anderen Camp:innen auf einem Parkplatz am Hafen und Freizeitgelände in Suomusssalmi. Am Vorabend haben wir einen Einblick in die Situation der Jugendlichen bekommen, da hier im Freizeitbereich ein Treffpunkt für viele junge Menschen sein dürfte..Wie groß das Alkohol- oder Drogenproblem ist können wir nicht sagen, aber es war sichtbar.

Heute machten wir nach dem Adventure Shopping, so nenne ich das gemeinsame Einkaufen im Urlaub, Station beim Stillen Volk einige Kilometer außerhalb der Stadt.

Mir ist beim Betrachten der Performance der Begriff „das vergessene Volk“ eingefallen. Hier in Finnland und Skandinavien die Samen, die jahrhundertelang um ihre Rechte und Anerkennung kämpfen. Das gilt auch für Berufsgruppen, wie Reinigungspersonal, Menschen, die bei der Müllabfuhr arbeiten, oder Essensliefefant:innen, die sich oftmals nur über ihre Gewerkschaft Gehör ver schaffen können. In einer Gesellschaft, die so intensiv von Reizen, Influencer, Highlights, Rekorden und Schreckensnachrichten getrimmt ist, gibt es viele stille (vergessene) „Völker“.

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Helsinki – Musik – Literatur – Sport

In einem Artikel lassen sich unsere Erlebnisse in Helsinki gar nicht zusammenfassen. Jetzt einmal zu Kunst und Kultur. Ein grosser Park ist nach ihm benannt. Busreise kommen hier Tourist:innen vorbei, um sich das Denkmal anzusehen.

Jean Sibelius gilt als einer der bedeutendsten Komponisten Finnlands und ist einer der wenigen, die über die Grenzen ihrer Heimat hinaus berühmt wurden. Im deutschsprachigen Raum ist er vor allem durch sein Violinkonzert d-Moll op. 47 sowie seine sinfonischen Dichtungen bekannt, in denen er u. a. Themen aus der finnischen Sagenwelt und Mythologie verarbeitete, wie z. B. aus dem Nationalepos Kalevala.

Personen wurden mittels KI wegretuschiert

Das Denkmal wurde von der Künstlerin Eila Hiltunen entworfen und 1967 eingeweiht. Das Denkmal besteht aus über 600 hohlen Stahlröhren, die zusammen wie eine Orgel wirken und die kreative musikalische Schaffenskraft Sibelius symbolisieren  Es befindet sich im SibeliusPark im Stadtteil Töölö.

Wenn man seine Zusammenfassung über seine Lebensgeschichte liest. Ein Mann voll innerer Zerrissenheit, Zweifel und Schaffenskraft.
In Favoriten gibt es bei uns eine Sibeliusszrasse.

Weiter mit der Nationalhymne und den Sportlegenden