Von Selb führt uns die nächste Etappe weiter nach Chemnitz. Wir nutzen den Stellplatz im Stadtteil Altendorf. Nach einer Kaffeepause fahren wir mit der Buslinie ins Zentrum. Wir sehen als erstes eine monumentale Karl Marx – Büste, eigentlich nur seinen Kopf. Karl Marx braucht keine Füsse, keine Hände, sein Kopf sagt alles – eine Erinnerung an den ehemaligen Namen der Stadt zu DDR-Zeiten Karl Marx – Stadt.

Die erste Version dieses Gebäude entstand ursprünglich zwischen 1496 und 1498 als steinerner Ersatz für vorherige Holzbauten, nachdem diese bei mehreren Stadtbränden im 14. Jahrhundert zerstört worden waren. Auf dem Bild sieht man im Vordergrund außerdem den Marktbrunnen.

Direkt am Fuß des vorderen Rathausturms befindet sich das prachtvolle Renaissance-Portal aus dem Jahr 1559. Es zeigt die alttestamentlichen Figuren Judith und Lucretia (als Symbole für Mut, Treue und Keuschheit). Interessanterweise stammt das Portal ursprünglich von einem historischen Patrizierhaus (Neefesches Haus bzw. Hotel „Römischer Kaiser“) vom Neumarkt und wurde erst nach dem Krieg an den Rathausturm versetzt.
Der markante, ältere Turm des Komplexes geht vermutlich auf eine städtische Eigenbefestigung um das Jahr 1200 zurück. Nach einem Teileinsturz kurz nach dem Krieg und etlichen Etappen wurde seine barocke Turmhaube im Jahr 1986 vollendet. Heute dient er als Aussichtsturm und Wirkungsstätte des Chemnitzer Türmers.


Da Chemnitz um die Jahrhundertwende rasant wuchs und 1900 zur Großstadt wurde, platzten die alten Verwaltungsräume aus allen Nähten. Zwischen 1907 und 1911 wurde das Neue Rathaus nach Plänen des Stadtbaurats Richard Möbius errichtet.
Im Gegensatz zum Alten Rathaus und fast der gesamten historischen Altstadt überstand das Neue Rathaus die verheerenden Luftangriffe im März 1945 weitgehend unversehrt.
Der Turm des Neuen Rathauses ist rund 60 Meter hoch. In ihm befindet sich ein berühmtes Glockenspiel (Carillon) mit 48 Bronzeglocken, das zu den größten seiner Art gehört.
Nach den letzten Kommunalwahlen 2024 verkleinerte sich der Stadtrat auf 59 Sitze (da ein Sitz des BSW mangels Kandidaten unbesetzt blieb).

AfD: 15 Sitze (stärkste Kraft mit 24,3 % der Stimmen)
CDU: 13 Sitze (21,3 %)
BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht): 8 Sitze (15,0 % – erstmals angetreten)
SPD: 7 Sitze (12,4 %)
Die Linke: 5 Sitze (7,6 %)
Bündnis 90/Die Grünen: 4 Sitze (7,3 %)
Pro Chemnitz / Freie Sachsen: 3 Sitze (4,9 %)
FDP: 2 Sitze (3,6 %)
Die PARTEI: 2 Sitze (2,9 %)
Fraktionslos: 2 Sitze
(Hinweis: CDU und FDP bilden im Stadtrat eine gemeinsame Fraktion).
Der Oberbürgermeister von Chemnitz ist Sven Schulze (SPD). Er wurde im Oktober 2020 im zweiten Wahlgang gewählt und trat das Amt im Frühjahr 2021 an. In Sachsen beträgt die reguläre Amtszeit eines Oberbürgermeisters bzw. Bürgermeisters 7 Jahre.

Die auffällige, farbenfrohe Fassadengestaltung am Rosenhof mit den charakteristischen Comic-Köpfen, Blumen und Figuren stammt von dem Leipziger Maler und Bildhauer Michael Fischer-Art.

Der Saxonia-Brunnen wurde im Juli 1893 zur 750-Jahr-Feier der Stadt Chemnitz auf dem damaligen Roßmarkt eingeweiht. Er sollte die damals stark blühende Industrie und den Handel der Stadt symbolisieren. An den Seiten und am Becken befinden sich Figuren wie eine Spinnerin (Weberin) und ein Schmied, die auf die traditionelle Textilindustrie und den Maschinenbau in Chemnitz verweisen.

Die über drei Meter hohe Stele wurde von dem bekannten Bildhauer Wieland Förster geschaffen und im Jahr 1974 anlässlich der Eröffnung der Chemnitzer Stadthalle aufgestellt.

Die reliefartige Skulptur veranschaulicht auf vier Seiten den Kreislauf und die Verbindung von Mensch, Wissenschaft, Arbeit und technischen Errungenschaften.


Die aus Beton gefertigte Dreiergruppe zeigt drei menschliche Figuren, die thematisch für Würde, Schönheit und Stolz stehen (wobei zwei weibliche Figuren Würde und Schönheit und eine männliche Figur den Stolz verkörpern sollen). Die monumentale Plastik wurde von dem Bildhauer Gerd Jaeger geschaffen und im Jahr 1974 anlässlich der Eröffnung des Stadthallenkomplexes aufgestellt.
Die Fotos und Ereignisse am zweiten Tag in Chemnitz folgen in den nächsten Tagen.