In Finnland, zumindest in der Region Lappland, gab es vor den Kriegen bekanntermaßen ein florierendes System von Poststationen (Kestikievari). Die Idee dahinter war, dass diese Herbergen in regelmäßigen Abständen liegen mussten, damit Reisende, Landarbeiter und, Goldsucher und andere Abenteurer auf ihren Wegen eine Unterkunft für die Nacht fanden. An genau dieser Stelle befand sich einst eine solche Poststation. Ganz genaue Informationen darüber oder über den genauen Zeitraum gibt es zwar nicht, aber das Fundament und der Keller des Gebäudes sind immer noch leicht zu finden1. Der Keller hier ist mit Müll verunreinigt.

Die historische Poststation „Paljakainen“
Nördlich des Berges Kaunispää, unterhalb des berüchtigten Straßenabschnitts Magneettimäki (Magnetberg), fließen der Fluss Alajoki und der Paljakaisenjoki zusammen. Genau dort im Mündungsbereich befand sich die historische Stätte Paljakainen.
Das Gebäude wurde ursprünglich im Jahr 1893 als Wildnishütte direkt am historischen Ruijan polku errichtet, um Wanderern und Postboten Schutz zu bieten.
Später wurde die Hütte renoviert und zu einem richtigen Gasthof ausgebaut. In ihrer Blütezeit war sie eine wichtige und recht große Station für Reisende in den Norden. Zum Hof gehörten unter anderem ein Stall für sechs Pferde, ein Kuhstall für zwei Kühe, ein Heuschober, ein Vorratsspeicher (Aitta) und natürlich eine Sauna.
Wie fast die gesamte Infrastruktur Lapplands wurde auch die Anlage am Paljakaisenjoki während des Lapplandkrieges (1944–1945) beim Rückzug der deutschen Truppen komplett niedergebrannt.2

Die ehemalige Poststation wurde mit einem traditionellen Geocache versehen. Bei der Routenplanjng entdeckte Brigitte die Beschreibung. Dabei mussten wir den Paljakaisenjoki überqueren. Im Hintergrund sieht man die Brücke für die Motorschlittenroute (Kelkkareitti) sowie einen Luontopolku (Naturpfad) entlang des alten Postweges.


Der Geocache ist liebevoll hergerichtet worden und mit „Postangestellten“ versehen worden.

Um das Logbuch zu finden muss man etwas um die Ecke denken, denn im oder rund um das Gebäude gibt es ein weiteres Versteck dazu.
Historische Informationen zu den Poststationen
Das finnische Poststationssystem (Kestikievari-System) geht auf schwedische Gesetze aus den Jahren 1649 und 1734 zurück3. Das Grundprinzip war einfach: Entlang der wichtigsten Verkehrswege mussten in Abständen von etwa zwei schwedischen Meilen (ca. 20 Kilometern) Stationen liegen4.
Ein Kestikievari musste Reisenden Verpflegung und ein Bett für die Nacht bieten. Zudem war er verpflichtet, Pferde und Führer für die Weiterreise zur nächsten Station bereitzustellen (der sogenannte Hollikyyti-Dienst) und die königliche (später zaristische) Post zu befördern.
Im Winter gab es oft gar keine echten Straßen. Die Poststationen markierten und pflegten die Winterrouten (Talvitie), die über gefrorene Sümpfe und Flüsse führten, indem sie Tannenzweige (Havu) als Wegweiser in den Schnee steckten5.
Während im Süden Pferde die Standard-Transportmittel waren, setzten viele Kestikievaris im tiefsten Lappland im Winter auf Rentiere und Schlitten (Pulkka), da Pferde im tiefen Schnee und bei extremer Kälte schlechter vorankamen.
Anfang der 1930er Jahre hob der finnische Staat die gesetzliche Beherbergungs- und Transportpflicht für die Höfe auf. Autos, Busse und die Eisenbahn machten den Pferdetransport zunehmend überflüssig. Viele Stationen wandelten sich in normale Pensionen (Matkustajakoti) oder Gasthäuser um.
Quellenverzeichnis
- Listing vom Geocache ↩︎
- Quelle der Angabe – die Website dazu ↩︎
- Wikipedia (Kari Tarkiainen: Ruotsin itämaa, s. 155–156. Svenska litteratursällskapet i Finland, 2010.) – Übersetzung und Zusammenfassung durch eine KI ↩︎
- Wikipedia (Kestikievarit, teoksessa: Suomen teiden historia I: pakanuudenajalta Suomen itsenäistymiseen 1974, s. 99–102) – Übersetzung und Zusammenfassung durch eine KI ↩︎
- Aus einer Homepage zu Rovsniemi ↩︎