Nach einer sehr kurzen Fahrt von Camping Bergby erreichen wir Grislehamn über die Trästabron (Trästabrücke) auf der Insel Väddo an der Ostseeküste des Ålandmeer. Bereits 2019 wählten wir diesen Ort als Ausgangspunkt für unseren Besuch der Åland Inseln.
Für unsere Tour durch den Ort nutzten wir die längere regenerierte Zeit am späteren Nachmittag.
Drei Themen beschäftigten uns bei dem Rundgang. Besonders präsent waren die Ereignisse der ehemaligen Postbootroute.
Wir radeln nach Hallstavik, ca. 13 km entfernt vom CP Bergby. Bei der Hinfahrt machen wir einen Umweg durch die schwedische Waldlandschaft, aber wie gesagt, Umwege erhöhen die Ortskenntnis. Hallstavik gehört zur Gemeinde Norrtälje und liegt etwa 60 km nordöstlich von Uppsala.
Dominiert wird der Ort von der Papierfabrik Hallsta, die ein Teil des Geschäftsbereichs Holmen Paper ist. Die Fabrik verfügt über zwei Papiermaschinen, die TMP-basiertes Papier für verschiedene Endverbrauchersegmente, z.B. Bücher und Zeitschriften, produzieren. Der Ort selbst ist eine riesige Arbeiter:innensiedlung mit den dafür notwendigen Dienstleistungen.
Auffällig sind die weißen Skulpturen in der Ortsmitte, wo wir nicht genau wissen, sollen grosse Hunde oder kleine Eisbären darstellen.
Nach einer heftigen Regentour sind wir am Vännern in Östergötland in Vadstena am Womo-Stellplatz am Yachthafen gut angekommen. Zeitweise regnet es nach wie vor sehr heftig. Von oben kommt Wasser – vor u s der riesige Vännern See – neben uns das Wasserschloss mit seinem Burggraben. Trotzdem wagen wir einen ersten Spaziergang Arm in Arm unter einem großen GPA-Regenschirm eng aneinander geschmiegt. Da soll einer sagen, dass Fegen nicht romantisch wäre. Am nächsten ist alles anders. Während der Morgenstunden haben heftige Windböen eine Wetterveränderung angekündigt. ausserdem fehlte das rhythmische Klopfen der Regentropfen. Nach dem Indoor-Frühstück starteten wir unsere Geocaching-Besichtigungstour.
Blick auf Vadstena vom Leuchtturm aus bei der Hafeneinfahrt
Eine Hauptattraktionen des Ortes ist das Wasserschloss. Schloss Vadstena wurde im Auftrag von Gustav Wasa in den Jahren 1545–1620 erbaut. Schloss Vadstena zählt zu den am besten erhaltenen Wasaburgen (gemeinsam mit Schloss Gripsholm und Schloss Kalmar) und ist die „eigentliche“ Renaissanceburg Schwedens.
Wir sind wieder zurück in Schweden. Nach einer Fährfahrt (Puttgarden – Rødby Havn), einer Übernachtung auf einem tollen Stellplatz Solbakken und der Überfahrt auf der Öresundbrücke, verbringen wir zwei Nächte in Ljungby.
Die erste Station ist der Hembyggsparken eine Art Freilichtmuseum, das auch gleichzeitig Veranstaltungszentrum ist.
Ryggstuga A stammt aus Åbjörnaboda und wurde dem Ljungby Hembyggsförening geschenkt. Diese Hütte wurde später mit einer Dachbodenhütte aus Tryggsberg zur Högloftstuga zusammengelegt. Ryggstuga B stammt aus Torset und erhielt 1930 ihren heutigen Standort.
Auf der Bühne des Freilichtmuseum probte gerade eine Schulklasse ein Musikstück. Es war super anzusehen wie die Lehrer:innen versuchten dem Ganzen etwas Schwung zu geben und die Kids mit selbst gebauten Schlaginstrumenten zusätzlich „Pepp“ verliehen.
Das Denkmal von Astrad und Götrad, die angeblich die ersten Einwohner von Ljungby waren. Dieses Denkmal entdeckten wir in der Innenstadt.
Ljungby bekam 1936 Stadtrechte. 1953 zerstörte ein Brand große Teile von Ljungbys Innenstadt. Die beim Wiederaufbau im modernen Stil errichteten Gebäude werden auch heute noch stark diskutiert.
Heute interessierte mich wie wird Arbeit in einer Industriestadt künstlerisch im öffentlichen Raum dargestellt. Ein paar interessante Beispiele fanden wir.
Auf unsetem Weg zurück südwärts schnuppern wir noch einmal schwedische Hafenluft in Ystad. Dazu steuern wir Womo-Standplatz in der Marina an. Mit Ystad verbinde ich die Krimiserie, wo Kurt Wallander als Hauptfigur agierte. Wir nutzen einen Stadtspaziergang in das historische Zentrum, um unsere Erinnerungen von 2016 aufzufrischen.
Wir bummeln durch die Stadt auf der Suche nach einem Restaurant zum Abendessen. Am Stortorget, dem großen Marktplatz im Stadtzentrum, finden wir ein nettes Plätzchen. Wir blicken auf das alte Rathaus und das sonntägliche Geschehen auf dem großen Platz.
Bei einer Rad – Geocachingtour fahren wir nach Möckelmossen, einem Informationszentrum in der Alvaret. Dort entdeckt Brigitte, dass es eigene Touren für Radler:innen gibt. Trotz der dicken Wolkendecke und der heftigen Winde wagen wir das Abenteuer. Wir nutzen die zahlreichen Informationstafeln über das Naturschutzgebiet und fotografieren den schwedischen Text und mit der automatischen Übersetzung bekommen wir Infos für diesen Artikel. Wir befinden uns hier in den Naturreservaten Mysinge naturreservat und Gynge naturreservat.
Grab aus der Bronze-/Eisenzeit.
Stora Alvaret wird daher seit Tausenden von Jahren von Tieren beweidet. Die Weide hat in Kombination mit dem kalkhaltigen Grundgestein eine ganz besondere Umgebung mit einer besonderen Pflanzenwelt geschaffen. In den Reservaten Gynge und Mysinge können Sie viele der für die Alvar typischen Kräuter sehen, wie Alvar Malort und Ölands Solvända, kommen nur auf dem Öland Alvar vor.
Der Owner des Geocachetrails – Stibar – schreibt:
Der Weg folgt einer alten Straße über den Alvar. Sie ist nicht präpariert, sondern führt über bestehendes Gelände, was bedeutet, dass die Straße einen sehr einfachen Standard aufweist.
Diese Insel übt ein seltsamen Reiz auf mich aus. Nach sechs Jahren der Abstinenz von der Insel Öland stellen wir unser Womo nördlich von Mörbylånga im Haga Park auf. Einerseits die karge Natur in den Gebieten des Nationalparks, andererseits der Blick aufs Meer und fast der immer der Wind als Vorbote jeder Wetterveränderung. Am dritten Tag lacht uns die Sonne entgegen und wir nutzen das für eine 43 km lange Rad-Geocaching-Tour.
Wir sind unterwegs im Mörbylångatal, einem der fruchbarsten Anbaugebiete der Insel. Wir beobachten Wassersportler:innen inmitten einer Natur, wo gerade die Früchte am Feld und im heimischen Obstgarten reif werden. Öland war lange eine ausgeprägte Agrarlandschaft. Zwischen 1810 und 1870 stieg die Bevölkerungsanzahl um 60 % auf etwa 38.000 Menschen. Immer mehr Menschen mussten ernährt werden. Nach einer Agrarkrise kam es ab 1880 zu einer erneuten Auswanderungswelle, bei der etwa die Hälfte der Bevölkerung Öland verließ. Das bevorzugte Ziel der Auswanderer war Amerika. Auch heute weist die Insel sinkende Einwohnerzahlen auf. Heute werden etwa 25 % der Insel landwirtschaftlich genutzt.
Auf unserem Weg nach Öland finden wir als Zwischenstation Blankaholm. Wir suchen einen Platz an einem Hafen, um das Meer „zu spüren“. Hier in Blankaholm hat eine junge Familie den Stellplatz übernommen und betreibt eine kleine Gastwirtschaft am Hafen.
Auf dem Gelände eines ehemaligen Sägewerks gibt es mittlerweile mehr als 40 Stellplätze. Wir genießen bei Spaziergängen zwischen den Regenphasen das Hafenambiente und suchen die Spuren des ehemaligen Sägewerks.
Auf unserer Rückfahrt zurück ist Trosa unsere erste Station. Warum ausgerechnet Trosa „das Ende der Welt“ sein soll ist uns auch nicht ganz klar. Der Slogan steht in den Broschüren des Orts und über den Beinamen wird heftig spekuliert. Im 18. Jahrhundert soll es nur eine einzige Zufahrtsstrasse aus dem Sörmland nach Trosa gegeben haben. Für damaligen Bewohner:innen aus dem Landesinneren war Trosa das Ende der Welt.
Trosa Kvarn (Mühle) – ein Wahrzeichen der Stadt
Trosa Kvarn kann auf eine reiche und faszinierende Geschichte zurückblicken, die mehrere Jahrhunderte umfasst. Ursprünglich als Getreidemühle gebaut, in der Malz und Mehl gemahlen wurden, wurde sie später in eine Wassermühle umgewandelt. Während ihres Betriebs nutzten Bauern aus Trosa und den umliegenden Regionen die Mühle. Im frühen 20. Jahrhundert verlor Trosa Kvarn seine wirtschaftliche Bedeutung, was 1923 zu seiner Schließung führte.In den 1960er Jahren wurde Trosa Kvarn renoviert und erhielt seinen früheren Glanz zurück. 1972 wurde es offiziell als Touristenattraktion eröffnet.
Das gelbe Gebäude ist die ehemalige Feuer- und Pllizeiwache.
Das Haus wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut und diente als Polizei- und Feuerwehrwache und anschließend als Konditorei, „Mamsell Trosa“. Heute ist es ein Restaurant. Der Turm ist der ursprüngliche Turm, der auf dem alten Rathaus am Platz stand.
Im 17. Jahrhundert wurde im Mälardalen in die Produktion von Eisenwaren investiert. Der erste Stabeisenhammer in Trångfors wurde 1628 vom Kaufmann Adolf Willemson aus Västerås gebaut. Es war eine kleine Industrie mit drei Mitarbeitern. Wir stehen hier mit zwei weiteren Womos am Strömsholms Kanal gegenüber der ehemaligen Schmiede. Leider wurde heute mit der Generalsanierung der Brücke begonnen und somit nicht passierbar.