Im Land der Windräder mit Geocaching und bei Schietwetter

Es war einer dieser grauen Tage, die am beginnenden Herbst an der Nordseeküste nicht ungewöhnlich sind. Immer wieder leichter Nieselregen, mal weniger mal stärker in Verbindung mit starkem Wind. Die Temperaturen kühler als sonst aber für uns akzeptabel und die wechselnden Verhältnisse ließen uns eine Rad – Geocaching – Tour starten. Wir sind ja im Land des Ottifanten von Otto Waalkes und das dürfte den Geocacher schnaky01 zum Auslegen einer Radtour mit diversen „Fanten“ angeregt haben.

Die Geocaches hatten Bezeichnungen wie „Flatterfanti“ – „Goldfantine“ – „Flederfant“ oder „Stadtotti Katze“. An den Schraubverschlüssen der Petlinge waren kunstvoll dazu passende Figuren montiert.

Die gelben Symole zeigen, dass der Cache von uns gefunden wurde. Blau = nicht gefunden, trotz Versuch unsererseits. Grün = noch offen. Blau mit Fragezeichen = Mystericache, eine spezielle Art von Cache, der noch offen ist. Wäre er von uns gefunden worden, hätte er auch das gelbe Symbol.
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Zu Besuch beim Mühlenfest in Norden oder eine Suche nach dem Roggenmehl

Auf unseren Postkarten, ja wir schreiben noch analoge SMS, stand – wir sind im Norden der Stadt Norden in Norddeich an der Nordsee in Ostfriesland. In 10 bis 30 Minuten waren wir mit den Rädern in Norden, je nach Geocachingtour.
Da Brigitte für uns das Brot selber backt, haben wir auf unseren Reisen Sauerteig mit, der ab zu „gefüttert“ werden muss. Das dafür notwendige Roggenmehl stand zu Hause oder war im Wohnmobil so sicher verstaut, dass es unauffindbar war. Also machten wir uns auf den Weg in den Hofladen der Mühle, um Roggenmehl zu besorgen. Brigitte trägt öfters beim Brotbacken ein T-Shirt mit der Aufschrift „Brotbacken ist Therapie“, also war unsere Radtour heute quasi eine therapeutische Maßnahme.

Es kam ganz anders. In der Mühle fand gerade das Mühlenfest statt, mit Verkaufsständen, wie frisch gebackenem Brot, Gewürzen und Produkten aus umliegenden landwirtschaftlichen Betriebe.n Selbstgemachte, süße und leckere Torten mit Kaffe, Grillgerichte, umrahmt von Unterhaltungsmusik, die mich manchmal an die Schallplatten meiner Mutter erinnerten, die gerne am Sonntag Lieder von Freddy Quinn spielte. Nur kein Roggenmehl.

Weiter im Mühlenfest mit Überraschungen

Sieltour zum Hilgenriedersiel und Neßmersiel

Wir nutzen das sonnige Wetter für einen Ausflug auf den Radwegen entlang der Küste und Deichlandschaft zu den östlich von Norddeich gelegenen Sielgebieten. Bei der Hinfahrt haben wir durch den starken Rückenwind zusätzliche Schubkraft für das Vorwärtskommem. Natürlich steuern wir auch einige Geocaches, die auf der Strecke liegen, an.

Wir schlängeln uns durch die Kurgäste des Nordseebades in Norddeich durch, und radeln auf der Tunnelstrasse Richtung „Roter Pfahl“, der uns wie ein Orientierungspunkt auf der Deichkrone die Richtung weist. Die erste Station ist das Hilgenriedersiel.

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Auf zum KÄSE – HOFLADEN

Wo immer wir sind versuchen wir uns mit regionalen Produkten zu versorgen. Hofläden und kleine Selbstbedienungsstände am Straßenrand bieten dazu eine gute Gelegenheit. Da unser Käsevorrat zu Neige geht und wir auch das Frühstücksgemüse (Gurke, Paprika, Paradeiser, Radischen) immer weniger wird, starten wir eine Rad – Geocaching – Tour zum Käsehof Rozenburg, Tjücher-Weg 1, 26736 Krummhörn-Pilsum.
Der Beginn unserer Tour führt uns durch landwirtschaftliche Nutzflächen innerhalb des Deiches. Viehwirtschaft, das saftige Grün der Weiden und die Entwässerungsgräben sind allgegenwärtig.

Zwei größere Geocaching-Trails liegen am Weg und werden mit unseren Drahteseln angesteuert. Wir radeln zur Leybucht, sie liegt im Westen von Ostfriesland zwischen Greetsiel und Westermarsch. Die Leybucht bildete sich nach der ersten zuverlässig erwähnten Sturmflut an der niederländischen Küste am 26. Dezember 838. Etwa 2500 Menschen fielen den Naturgewalten dabei im gesamten von ihr betroffenen Küstenbereich zum Opfer.

Weiter bei unserer Geocaching-Tour zu den Schwarzen Schafen

Norddeich- ostfriesisch herb und bezaubernd

Unsere nächste Station ist der Campingplatz in Norddeich in Ostfriesland. Hier haben wir uns für eine Woche zum „Aufsaugen“ ostfriesischer Luft und Kultur einquartiert. Bei der Ankunft erleben wir sofort die Wechselhaftigkeit des Nordseewetters im Herbst. Warmer Sonnenschein bis kühle Winde bei dichter Wolkendecke und mal kräftige Schauer und das alles in kürzester Zeit. Es gibt genügend „trockene Zeit“ für unsere Wander- und Radausflüge.

Norddeich (plattdeutsch Nörddiek) ist ein Stadtteil der Stadt Norden mit 1.264 Einwohnern (31. März 2020), die sich auf einer Fläche von 10,43 Quadratkilometer verteilen. Er liegt im Nordwesten Ostfrieslands unmittelbar an der Nordseeküste und ist seit 1979 ein „staatlich anerkanntes Nordseebad“.

Weiter bei unserer Erkundungstour in Norddeich

In Dangast „Up‘n Diek“

Unsere Geocachingrunden in Dangast führten uns immer wieder auf den Deich (Plattdeusch: Up‘n Diek“. Hier spüren wir bereits den Herbst und wir „Landratten“ müssen uns erst an das Nordseeklima gewöhnen. Ist die Sonne da, ist es angenehm warm – wird es schattig und eine Brise zieht auf, dann beginnt es schnell zu frösteln. Die frische Seeluft putzt unsere Großstadtlungen durch, einfach herrlich und der Blick auf das Meer, das hat uns heuer bisher gefehlt. Da können schon einige Schauerwolken umherziehen, das hält uns vom Geocaching und den damit verbundenen Wanderungen nicht ab.

Diese Schatzkiste rechts im Bild verdanken wir „Bohnie – Radiella und der Schatz von Dangast“. Diese Schatzkiste konnten wir erst öffnen, nachdem wir das Geheimnis der Fischschwärme gelöst hatten.

Während unseres Aufenthalts findet gerade das „Mittelalterfest“ statt. An der Küste ist dazu eine Zeltstadt mit Werkstätten und Schaubuden aufgebaut.

Weiter zu unseren Geocaching – Touren

Der Jadebusen und Friesendom in Dangast

Bei unseren Spaziergängen und Deichwanderungen in Dangast sehen wir oft Gedenkstätten und Informationstafeln zur Entwicklung des Jadebusens und den Verheerenden Sturmfluten, die tausenden Menschen in den letzten Jahrhunderten das Leben kosteten.
Zwischen den beiden Campingplätzen ragen an der Küste vier Granitsäulen, die oben mit einer Glocke verbunden sind, empor. Die Glocke aus Bronze, 250 kg schwer, beginnt bei orkanartigen Windstärken zu läuten und warnt  die Menschen vor der Gefahr.

Der Friesendom ist ein Mahnmal und soll den Opfern der großen Sturmfluten der Vergangenheit gedenken.
7 Kirchspiele (Pfarrbezirke) versanken im Jadebusen.

Der Friesendom erinnert an die sieben Dörfer, die bei Sturmfluten im Jadebusen versanken. Viele Menschen und Tiere verloren dabei ihr Leben. Aus einem mächtigen Granitblock mit einem Gewicht von ca. 100 t wurden 4 gleich große Säulen gespalten, die zusammengefügt wieder den ursprünglichen Block ergeben würden. Der Besucher, der den „Dom“ betritt, soll soll das Gefühl erhalten, sich in einem Grantblock zu befinden. Im Kreuz stehend zeigen die 4 Blöcken in die 4 Himmelsrichtungen.

Naturgewalten versus Landwirtschaft

Eine nachdenkliche Geocachingrunde in Magdeburg

Wir wählten Magdeburg als nächste Zwischenstation in unserer Anreise in den Norden aus. Der Stellplatz am Winterhafen war bereits um 15:00 Uhr völlig ausgebucht. Auf abenteuerlichen Wegen suchten wir die Alternative am Elbufer, die allerdings weniger Infrastruktur für Camper:innen zu bieten hatte.
Nach unserer Ankunft erinnerte ich mich an eine Ausstellung zur Kriegsgeschichte, wo die Gräueltaten der Habsburger im 30-jährigen-Krieg in Magdeburg beschrieben wurden. Irgentwie sollte uns das Thema „Krieg“ am Rundgang nicht mehr loslassen. Dazu aber später.

Durch die Kriegshandlungen vom 20. Mai 1631 starben rund 20.000 Magdeburger Bürger. Die „Magdeburger Hochzeit“ gilt als das größte und schlimmste Massaker während des Dreißigjährigen Krieges, das in ganz Europa Entsetzen hervorrief. Es hieß, die Taten und der Schrecken seien in ihrer Entsetzlichkeit „nicht in Worte zu fassen und nicht mit Tränen zu beweinen“. Die meisten der Überlebenden mussten die Stadt verlassen, da ihnen auf Grund der Zerstörungen die Lebensgrundlage genommen war. Seuchen, die in der Folge auftraten, forderten weitere Todesopfer. Am 9. Mai 1631 hatte Magdeburg noch rund 35.000 Einwohner, 1639 waren es nur noch 450. Die Stadt, vor dem Krieg eine der bedeutendsten in Deutschland, verlor schlagartig ihren Einfluss und wurde in ihrer Entwicklung um mehrere Jahrhunderte zurückgeworfen. Erst im 19. Jahrhundert erreichte und überschritt Magdeburg wieder die alte Einwohnerzahl.

Susblick von unserem Standplatz am Abend auf das andere Elbufer
Zu unserer Geocachingtour

In Rehau im nördlichen Fichtelgebirge

Wir starten am späten Nachmittag in Wien und verbringen unsete erste Nacht am voll belegten Stellplatz in Ardagger. Die nächste Etappe (444 km) führt uns in das nördliche Fichtelgebirge nach Rehau an die Grenze von Bayern (Oberfranken) zu Sachsen und Tschechien.

Donau vor Regensburg

In Österreich geraten wir in eine Gewichtskontrolle, wo wir durchgewunken werden – nach der Staatsgrenze in eine Grenzkontrolle. An der Raststelle Donautal machen wir die erste unserer Pausen und wechseln uns beim Fahren des Womo ab. Auf der A3 Richtung Regensburg und weiter auf der A93 entlang zu Tschechien weiter Richtung Hof.
Wir haben eine Landvergnügen-Mitgliedschaft und buchten bereits am Vorabend einen der beiden Stellplätze an einem Biohof in Schwarzwinkel.

Wir wählten den Stellplatz am Teich und deckten uns am Hofladen mit Produkten der hiesigen Betriebe ein.

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Septemberhitze am Inn

Kurz vor Mittag starten wir zur zweiten Rad-Geocaching-Tour ientlang dem Inn. Bei dieser Hitze ist Radfahren noch am beste, denn der Fahrtwind wirkt kühlend. unsere erste Station ist der Gockel Walter auf der Innbrücke zwischen Braunau und Simbach. Die Geschichte des Gockel haben wir bereits früher beschrieben. Heute lösen wir den Multi von geofex1.

Nach einem Kaffee mit Soda-Zitron in Simbach radeln wir zu einigen Tradis im Stadtgebiet und nutzen dann den Radweg entlang des Inn.

Wir tauchen ein in den oftmals naturbelassenen Auwald mit seinen faszinierenden Landschaften und Tierwelt.

Dieser Lebensraum mit seinen Waldrebenlianen und dem wuchernden Grün wird auch als Dschungel Europas bezeichnet.
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