Frauen zwischen Erwerbstätigkeit und Sorgepflichten – ein Thema, das heute aktueller denn je ist. Doch schon in den 1950er- und 1960er-Jahren haben sich Frauen zwischen diesen Welten bewegt, und das großteils nicht sichtbar. Gender Pay Gap und Teilzeitfalle sind moderne Begriffe für Umstände, die auch schon in der Nachkriegszeit in Österreich geherrscht haben.1
Zuerst besuchen wir im Grazmuseum die Dauerausstellung 360 GRAZ. Eine Geschichte der Stadt reicht von 1128, der vermeintlich erstmaligen Erwähnung von Graz, bis 2003, als Graz Kulturhauptstadt Europas war. Sie ist eine der wenigen historischen Dauerausstellungen in Österreich, die Zeitgeschichte bis ins 21. Jahrhundert thematisieren. Den ersten Industrialisierungsschub brachte ein Slowene mit dem „Puchrad“. Als bei einem wichtigen Radrennen der Sieger mit einem Puchrad als Erster über das Ziel fuhr, wurde Puch international bekannt.
Neben den zahlreichen Exponaten zur Stadtentwicklung hier einige Beispiele zur Geschichte der Frauen in der Stadt.
Nach den österlichen Verwandtenbesuchen wechselten wir mit unserem Womo nach Graz zum Stellplatz neben dem Bad in Straßgang. Am nächsten Vormittag nach dem Frühstücksbrunch besorgten wir uns über die Grazer Mobil App zwei 24-Stunden-Tickets und fuhren mit der Linie 32, deren Haltstelle ist 200 m vom Stellplatz entfernt, ins Zentrum von Graz, zum Jakominiplatz. Einer der Eindrücke war ein Plakat für eine Ausstellung, das super in die jetzige Zeitpasst.
Gerade nach den herrlichen und gemütlichen Treffen mit gutem Essen braucht es Gedanken was rund um uns in der Welt passiert. Wenn Kinderarbeit in Vietnam damit begründet wird, weil das staatliche Bildungssystem die Pflichtschule mit 12 Jahren beendet und nur reiche Kinder eine weitere Bildung genießen können. Oder wenn in Europa und in der Welt Kriege wüten und als Lösung dagegen nur noch mehr Waffen und noch mehr Zerstörung, Tod, Vergewaltigung, Folter und menschliches Leid gesehen werden. Wenn hier sich Rechtspopulisten, Banken, Konzernchef, Parteigruppierungen mit Kriegstreibern ins kapitalistische Netz legen, braucht es unsere Kraft der Veränderung. Diese paar Zeilen von mir an die persönliche Erinnerung der Ostermärsche, die aktueller denn je sind.
Zum Start in den neuen Tag John Lennons „Imagine“ beschwört eine Utopie ohne Besitz und Gier herauf, ohne die Kämpfe, von denen er glaubte, dass Nationen und Religionen durch ihre bloße Existenz gefördert werden.
Stellen Sie sich vor, es gibt keine Länder, es ist nicht schwer, nichts zu tun, wofür man töten oder sterben könnte, und auch keine Religion. Stellen Sie sich all die Menschen vor , die in Frieden leben
Gegen Mittag starten wir unsere Rad- Geocaching – Tour, die uns nach Simbach am Inn führt und dann den Inn stromaufwärts zu den Adventure Labs in Kirchdorf am Inn.
Zum Einstieg in den Tagesbericht ein paar Zeilen von Sir Antony Hopkins, die ich bei einer Mittagspause im Gasthaus Berger in St. Peter am Hart entdeckt hatte:
Esst leckers Essen Spaziert in der Sonne Sagt die Wahrheit und trägt euer Herzen auf der Zunge. Seid albern. Seid freundlich. Seid komisch. Für nichts anderes ist Zeit.
Nach dem Frühstück und ein paar Besorgungen und der Bezahlung meiner Schulden im Dorfladen, machten wir uns auf den Weg zum Friedhof des k. und k. Kriegsgefangenenlager von 1914 bis 1918, das entlang der Mattig in Braunau am Inn und in der Gemeinde St. Peter am Hart bestand.
Bereits kurz nach Kriegsbeginn errichtete das in Braunau stationierte, galizische Feldjäger-Bataillon 4 der K.u.K.-Armee und die ersten 300 russischen Häftlinge in Braunau ein Gefangenenlager. Die aus militärischer Sicht günstige Lage – also das gut zu überwachende Gelände, die Mattig zur Wasserver- und -entsorgung und die Verkehrsanbindung – sprachen für den Standort Aching, erläuterte Kotanko. Anfangs für 15.000 Kriegsgefangene ausgelegt, wurde das Lager in den Folgejahren für bis zu 50.000 Mann erweitert.1
Am Morgen herrlicher Sonnenschein, der sich bald ins Gegenteil wandelt zu Regen und in den Nachtstunden sternenklarer Himmel – eine Kurzfassung der heutigen Wetterkapriolen. Vor dem Frühstück schwinge ich mich noch aufs Radl, um im Dorfladen in Ranshofen Obst, Gemüse und Tee für uns zu holen.
Zwei Rote starten nach einer Campingnacht gut gelaunt in den Tag, das Lesen der Nachrichten, die Kriege, die Ungerechtigkeiten oft eine Plag. Dann denken wir nach, was könnte man ändern, um die Welt mit den Menschen ein Stück zum Guten zu verändern.
Heute machen wir eine kleine Rad-Geocaching-Tour nach Haselbach. Bereits bei der Abfahrt schieben sich sehr dunkle Wolken aus dem Westen und kündigen den vorausgesagten Regenschauer an. Dann entdecke ich auf meiner Anzeige, dass ich nur mehr für wenige Kilometer Strom im Akku habe. Haselbach wurde zum Teil 1921 und vollständig 1938 nach Braunau eingemeindet
Kräftiger, warmer Sonnenschein begrüsst uns am Morgen und gegen 9 Uhr reisst es uns endgültig die letzten Schleier der Nacht von den Augen. Unsere Nachbarn bereiten sich ebenfalls auf die Weiterfahrt vor. Aber Halt, bevor wir den Stecker aus der Stromversorgung ziehen, braucht es ein gemütliches Frühstück. Das Frühstücksritual als Start in den Tag genießen wir Beide besonders, seit wir in Pension sind. Eine sorgfältige Gemütlichkeit sowohl bei der Auswahl an Speisen, als auch bei der Zeit, die wir uns dafür nehmen.
Um 11 Uhr sind wir abfahrbereit und starten das Womo Richtung Oberösterreich. Auf Seitenstrassen schlängeln wir uns durch das Mostviertel zur B1. Wir rollen vorbei an Enns und Asten und lassen den Pichlinger See mit seiner Camper:innen-Community rechts liegen bevor wir in Ebelsberg Linz erreichen. Über Traun, Marchtrenk vorbei an Wels, wo wir mehrere Jahre wohnten, weiter nach Grieskirchen und in Ried erreichen wir das Innviertel. Nach weiteren 40 km stehen wir am uns gut bekannten Stellplatz in Scheuhub in Ranshofen. Der Inn hat uns wieder.
Nach einer kühlen Nacht weckt mich den Morgenstunden der Berufsverkehr, der auf der Strasse zwischen Grein am nördlichen Donauufer und Amstetten einsetzt. Zugleich ist die Strasse der Zubringer zur Westautobahn. Trotzdem ist der Stellplatz für uns die ideale Zwischenstation auf der Strecke von Wien ins Innviertel.
An der Donau bei Ardagger mit Schloß Dornach im Hintergrund
Nach dem Frühstück statten wir mit unseren Rädern Stephanshart einen Besuch ab. Durch die ständige Gefahr durch Donauhochwasser begann 1971 die europaweit größte Aussiedlung der NÖ Landesregierung in der Stephanshart Au: In drei Etappen wurden mehr als 50 Anwesen in hochwassersicheres Gebiet umgesiedelt. wir besuchen den Hofladen (Dorfplatz, 4 – 48°09′30.12″N 14°49′03.47″E). Ein Verein organisiert dieses Selbstbedienungsprojekt für regionale Produkte aus dem Mostviertel.
Nach einigen Ausbesserungsarbeiten am Wohnmobil und dem Einräumen von Kleidung und Campingutensilien sind wir startklar für die heurige Saison. Wir planen eine 14tägige Ostertour in Österreich. Die erste Station führt uns in die Nähe meiner Schwester nach Ardagger. Dort nutzen wir einen uns gut bekannten Stellplatz.
Wir fahren gemütlich die 122 km zum Stellplatz. Die neu renovierten Sanitäreinrichtungen sind rechtzeitig vor Ostern in Betrieb genommen worden. Neben uns stehen ebenfalls Geocacher:innen, denn sie haben auf der Rückfront am Womo die typische „Zecke“ zum Loggen.
Gegen 18:30 besuchen uns Erich und Sabine. Im Gasthaus „Zur Donaubrücke“ verbringen wir mit ihnen ein gemütliches Abendessen und einen schönen Abend bei einem lieben Wiedersehen. Es war gar nicht so leicht am Montag abends ein offenes Gasthaus zu finden.