Von Selb führt uns die nächste Etappe weiter nach Chemnitz. Wir nutzen den Stellplatz im Stadtteil Altendorf. Nach einer Kaffeepause fahren wir mit der Buslinie ins Zentrum. Wir sehen als erstes eine monumentale Karl Marx – Büste, eigentlich nur seinen Kopf. Karl Marx braucht keine Füsse, keine Hände, sein Kopf sagt alles – eine Erinnerung an den ehemaligen Namen der Stadt zu DDR-Zeiten Karl Marx – Stadt.

Die erste Version dieses Gebäude entstand ursprünglich zwischen 1496 und 1498 als steinerner Ersatz für vorherige Holzbauten, nachdem diese bei mehreren Stadtbränden im 14. Jahrhundert zerstört worden waren. Auf dem Bild sieht man im Vordergrund außerdem den Marktbrunnen.

Direkt am Fuß des vorderen Rathausturms befindet sich das prachtvolle Renaissance-Portal aus dem Jahr 1559. Es zeigt die alttestamentlichen Figuren Judith und Lucretia (als Symbole für Mut, Treue und Keuschheit). Interessanterweise stammt das Portal ursprünglich von einem historischen Patrizierhaus (Neefesches Haus bzw. Hotel „Römischer Kaiser“) vom Neumarkt und wurde erst nach dem Krieg an den Rathausturm versetzt.
Der markante, ältere Turm des Komplexes geht vermutlich auf eine städtische Eigenbefestigung um das Jahr 1200 zurück. Nach einem Teileinsturz kurz nach dem Krieg und etlichen Etappen wurde seine barocke Turmhaube im Jahr 1986 vollendet. Heute dient er als Aussichtsturm und Wirkungsstätte des Chemnitzer Türmers.
