
Der Leuchtturm wurde zwischen 1903 und 1905 errichtet, um den Seeweg zwischen Honningsvåg und Vardø sicherer zu machen.
Während des Zweiten Weltkriegs nutzten die deutschen Besatzungstruppen den Turm als Beobachtungsposten. Beim erzwungenen Rückzug der Wehrmacht im Herbst 1944 (Taktik der „verbrannten Erde“) wurde die gesamte Station gesprengt. Nur die untere Hälfte des gusseisernen Turms überstand die Detonation.
In den Jahren 1945 bis 1948 wurde die Anlage wiederaufgebaut. Da man den beschädigten Turm reparierte, statt ihn komplett zu ersetzen, ist Slettnes Fyr heute der einzige verbliebene gusseiserne Leuchtturm in der gesamten Finnmark – alle anderen zerstörten Türme der Region wurden nach dem Krieg aus Beton neu errichtet.


Von Mehamn sind wir nach Gamvik gefahren. Von dort geht dann eine passable Schotterstrasse zum nördlichsten Wohnmobilparkplatz am Ende des Kontinents.

Beim Spaziergang fiel uns der wunderbare weisse Kiesel auf. Vor hunderten Millionen Jahren wurde unter gigantischem Druck und enormer Hitze Quarzsand tief in der Erdkruste zu Quarzit zusammengepresst. Da dieses Gestein fast ausschließlich aus dem Mineral Quarz besteht, ist es extrem widerstandsfähig, verwittert kaum und leuchtet im reinen Zustand schneeweiß. Dass die Steine heute so makellos glatt und rund am Strand liegen, ist das Werk des Nordmeeres (Barentssee).



Zwei Flechtenarten dominieren hie das Landschaftsbild. Die Rentierflechte (Reinsdyrlav): leuchtet fast als hellgrau-grünlichen, Teppich und sie sind die wichtigste Nahrung für die Rentierherden, die im Sommer über die Halbinsel ziehen.
Dann gibt es hier noch die Landkartenflechte (Geografisk lav). Sie wächst als neongelber oder grüner, flacher Krustenbelag direkt auf den Steinen und sieht aus wie eine gezeichnete Landkarte.



Mit dem Fernglas konnte wir Seehunde an der Küste beobachten. Dieser Vogel zwitscherte um uns umher. Wir vermuteten, dass wir einem Nest zu Nahe kamen.






Damit wir uns hier nicht verlaufen konnten gab es auch eindeutige Wegmarkierungen, die ich bisher nur in Oggau in Burgenland sah.