Unser nächstes Ziel ist der Ort Mehamn, den wir nur von unseren Hurtigrutenreisen als nördlichsten Hafen der Schiffsreise kennen. Vom Børselvfjell, wo wir die Nacht verbrachten schlängelte sich die Strasse 888 entlang der Mehamnelva zum Fischerort Mehamn an der Barentsee auf der Nordkinn-Halbinsel.


Auf der Suche nach einem Cafê bevor wir unsere Geocachingtour hier starteten landeten wir im nördlichsten Weihnachtsmuseum der Welt. Hier findet man über 27.000 Weihnachtsartikel, Weihnachtsmann-Figuren (Nisser) und Festtagsdekorationen. Es gilt damit als die größte bekannte private Sammlung dieser Art weltweit.
Am Vorabend war hier auch das Public-Viewing vom Spiel der norwegischen Fussballnationalmannschaft und die Nacht dauerte bis 5 Uhr früh. Der Wirt war noch ziemlich mitgenommen und wir bekamen zwei Tassen Cappucicno aus einem kleinen Kaffeeautomaten.


Wer ein ganz besonderes Schlaferlebnis sucht, kann in den gemütlichen Doppelzimmern direkt im historischen Fabrikgebäude übernachten. Die Zimmer bieten eine eigene Küchenzeile, Badezimmer und bequeme Betten – Meeresrauschen und Möwengeschrei inklusive.

Wir nutzen für unseren Rundgang und Informationen über den Ort den örtlichen Adventure Lab, der für das Geocaching hier angeboten wird In der Beschreibung heisst es: „Welcome to Mehamn, here in the far north! – Velkommen til Mehamn, her helt i nord!“
Die Hafenfeuer von Mehamn

Etwas ausserhalb des Ortes heben wir auch noch andere Geocaches und nutzen die Gelegenheit bei einem Hafenleuchtfeuer die Gegend genauer zu betrachten.






Der Fischeraufstand von 1903 in Mehamn


Ende des 19. Jahrhunderts gründete der Walfangpionier Svend Foyn hier eine der größten Walfangstationen der Finnmark. Lokale Fischer machten den intensiven Walfang für das Ausbleiben der küstennahen Fischschwärme verantwortlich. Im Juni 1903 eskalierte der Konflikt im sogenannten „Mehamn-Aufruhr“ (Mehamnopprøret), bei dem über 1.000 aufgebrachte Fischer die Walfangstation komplett zerstörten.


Der Text der Tafel:
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fand entlang der Küste von Finnmark ein umfangreicher Walfang statt.
In diesem Zusammenhang wurden in Finnmark mehrere Walfangstationen eingerichtet, die größte davon in Mehamn.
Der bekannte Walfänger und Erfinder der Walharpune, Sven Foyn, leitete die Walfangstation in Mehamn. Die Walfänger wurden für die schlechten Küstenfischereien zu Beginn des 20. Jahrhunderts verantwortlich gemacht.
Infolgedessen griffen etwa 1200 Fischer die Walfangstation an und machten sie dem Erdboden gleich. Dies geschah in der Nacht des 2. Juni 1903. Diese Episode wird später als die „Schlacht von Mehamn“ bezeichnet.
Zum ersten – und hoffentlich letzten – Mal in der neueren Geschichte wurden reguläre Streitkräfte eingesetzt, um in dem Fischerdorf Recht und Ordnung wiederherzustellen.
Dieses Denkmal wurde als Erinnerung an diese dramatische Episode in der Geschichte von Mehamn errichtet.
Die Frauen von Mehamn
Ka sku vi ha gjort uten kvinnfolkan – En hyllest til kvinner i Gamvik kommune“
Bei unserem Rundgang im Fisvherort entdeckten wir eine sonst kaum öffentliche Darstellung der Frauenarbeit.


„Was hätten wir nur ohne die Weiber/Frauen gemacht – Eine Huldigung an die Frauen in der Gemeinde Gamvik“ (Mehamn gehört zur Gemeinde Gamvik)
Während die Männer oft wochen- oder monatelang auf den stürmischen arktischen Gewässern fischen waren, lag das gesamte Leben an Land auf den Schultern der Frauen. Sie managten nicht nur den Haushalt und die Erziehung unter extremen klimatischen Bedingungen, sondern sicherten oft auch die kleine Landwirtschaft (Kühe, Schafe), verarbeiteten den Fisch an Land und hielten die Gemeinschaft zusammen. Ohne sie hätten diese Orte schlicht nicht existieren können – daher der Name: „Was hätten wir nur ohne die Frauen gemacht“.
Die Hauptfeuerwache von Gamvik

Die Station in Mehamn ist die Hauptfeuerwehrwache der gesamten Gemeinde Gamvik.
Die Wache in Mehamn wird von einem Team aus 16 aktiven Einsatzkräften besetzt. Da die Region sehr weitläufig und im Winter oft durch heftige Schneestürme isoliert ist, gibt es in den umliegenden Dörfern Gamvik, Skjånes und Nervei zusätzliche Depots mit eigenen, kleineren Einsatzgruppen, die im Ernstfall von Mehamn aus koordiniert werden.
Die Kirche in Mehamn

Das auffälligste Bauwerk des Ortes ist die 1965 fertiggestellte Kirche. Sie thront auf einer Anhöhe über der Siedlung, fasst rund 200 Personen und wurde im modernen Stil aus einer Kombination von Holz, Beton und Stein erbaut.
Das Flugzeugunglück in Mehamn

Das Unglück am Flughafen Mehamn, in Norwegen als „Mehamn-ulykken“ (Mehamn-Unglück) bekannt, ist einer der tragischsten und gleichzeitig mysteriösesten Flugunfälle in der Geschichte der norwegischen Luftfahrt.
Am 11. März 1982 stürzte eine Zubringermaschine des Typs de Havilland Canada DHC-6 Twin Otter der Fluggesellschaft Widerøe (Flug 933) auf dem Weg von Berlevåg zum Flughafen Mehamn in die eisige Barentssee. Alle 15 Menschen an Bord (13 Passagiere und 2 Besatzungsmitglieder) kamen dabei ums Leben.
Bis heute umgeben den Absturz hartnäckige Verschwörungstheorien und ungelöste Fragen rund um das Militärbündnis NATO.
Zum Abschluss noch zwei Bilder aus Mehamn

