Eine Nacht am Børselvfjell im arktischen Sommer

Wir fahren Ilfjord aus in Richtung der Nordkyn-Halbinsel nach Mehamn. Das Børselvfjell ist einer der zwei großen Pässen (neben dem noch höheren Ifjordfjellet), die wir dabei überqueren müssen, Der Pass erreicht seinen Scheitelpunkt auf einer eher mäßig wirkenden Höhe von lediglich 176 Metern über dem Meeresspiegel (moh.). Trotz der geringen absoluten Höhe liegt die gesamte Passage aufgrund der extremen nördlichen Breite weit über der arktischen Baumgrenze.

Bei einem abendlichenSpaziergang über das Fjell gegen 21:00 Uhr machten wir diese Fotos. Wir hörten nur das Pfeifen des Windes, das Rauschen vom Wasser am See und das Zwitschern einzelner Vögel.

Für den See Fan ich die Bezeichnungen Tårnvika und Krokvik.

Die Gegend hier ist eine weite, baumlose Tundra- und Hochebene. Sie ist geprägt von karger, rauer arktischer Vegetation, steinigen Böden und freiem Blick auf die umliegenden weiten Hügelketten.

Wir waren hier völlig auf uns allein gestellt, es gab keinen Handyempfang und manchmal ein Fahrzeug am Weg nach Mehamn oder Ilfjord. Im Holzbauwerk rechts von uns gab es eine behindertengerechte Toilette (Plumpsklo), die wöchentlich gereinigt wurde, und windgeschützte Sitzgelegenheiten mit einer Feuerstelle. Das Holz musste man selbst mitbringen.

In diesem Meer an Steinen suchten wir zuerst nach einem Geocache, der hier hinterlegt wurde und dann suchte ich ein paar spezielle Steine aus, die sich von der Farbe oder Gestaltung von den anderen unterschieden.

Die strategische Bedeutung der Strasse für die Rettung der Menschen in der Finnmark nach dem Zeiten Weltkrieg

Als sich die deutschen Truppen Ende 1944 vor der Roten Armee zurückzogen, wendeten sie die Taktik der verbrannten Erde an. Nahezu die gesamte Infrastruktur der Finnmark wurde systematisch zerstört. Auch die Brücken, Straßenabschnitte und Telefonleitungen rund um das Børselvfjell wurden gesprengt oder unbrauchbar gemacht, um den sowjetischen Vormarsch zu stoppen.

Nach dem Krieg standen fast 60.000 Menschen in der Finnmark ohne Unterkunft da. Der Wiederaufbau der Region war eine der größten nationalen Kraftanstrengungen Norwegens.

Damit Baumaterialien, Lebensmittel und Maschinen überhaupt in den zerstörten Osten transportiert werden konnten, musste die Straße über das Børselvfjell unter härtesten Bedingungen und in Rekordzeit wieder instand gesetzt werden. Sie war in den späten 1940er- und 1950er-Jahren die absolute Lebensader für den Neustart der Region.

Ein Gedanke zu „Eine Nacht am Børselvfjell im arktischen Sommer

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