Mit einem Fuß in Norwegen und Finnland

Am Ortsende von Utsjoki befindet dich die Brücke über die/den Tanaelva / Tenojoki). Er bildet auf einer Länge von 256 Kilometern (von insgesamt 348 km, wenn man den Quellfluss Kárášjohka mitzählt) die natürliche Grenze zwischen Norwegen und Finnland. 

Foto von der Brücke ausserhalb Utsjoki

Für die indigene Bevölkerung, die Samen, ist der Fluss seit Jahrtausenden die Lebensgrundlage.
Auf dem Tenojoki sieht man oft die typischen, langen und schmalen Holzboote. Sie wurden speziell entwickelt, um die flachen, aber extrem strömungsreichen Abschnitte und Stromschnellen zu bewältigen. Die Samen entwickelten über Jahrhunderte eigene, nachhaltige Fangmethoden wie das pato (Wehrfischerei) und das Treibnetzangeln vom Boot aus, die streng reglementiert und tief in der lokalen Kultur verankert sind.

Diese 4 m hohe Fliegenrute „Flua 44“ (Fliege 44) steht am rechten Ufer bei der Auffahrt zur Tanabrücke.

Der Tenojoki war über Jahrzehnte das Sehnsuchtsziel für Fliegenfischer aus aller Welt. Er galt als der beste Fluss Europas für große, wild lebende Atlantische Lachse – Fische mit einem Gewicht von über 15 oder sogar 20 Kilogramm waren keine Seltenheit. In den letzten Jahren sind die Lachsbestände im Tenojoki-System dramatisch eingebrochen.

Hauptgründe dafür sind der Klimawandel (erwärmtes Meerwasser auf den Wanderrouten), Überfischung im Meer und die Bedrohung durch den invasiven Buckellachs (Pazifischer Lachs).
Um das Aussterben der lokalen Wildlachs-Stämme zu verhindern, haben die norwegischen und finnischen Behörden strikte, teils vollständige Fangverbote für den Atlantischen Lachs erlassen.

Zum Denkmal Flua 44

Das Metall, aus dem das Denkmal gefertigt wurde, stammt von der ursprünglichen Brücke, die im Jahr 1943 von den deutschen Besatzern im Zweiten Weltkrieg gebaut wurde. Bei ihrem Rückzug im Zuge der Taktik der verbrannten Erde im Herbst 1944 sprengten deutsche Truppen die Brücke und brannten die gesamte Region nieder. Die im Namen enthaltene Zahl 44 erinnert direkt an dieses schicksalhafte Jahr 1944.

Die Tana Brücke (Nye Tana bru) bei der Ortschaft Tana (Deanu in nordsamisch)

Sie wurde im September 2020 feierlich für den Verkehr freigegeben und ersetzt die historische, deutlich schmalere Vorgängerbrücke aus dem Jahr 1948.
Die Gesamtlänge der Brücke beträgt 260 Meter. Die Hauptspannweite ist 234 Meter (die größte Spannweite der Brücke führt komplett pfeilerfrei über das empfindliche Flussbett, um die dortigen Lachs-Laichgründe nicht zu stören). Der markante, asymmetrische A-Pylon ragt stolze 95 Meter in den Himmel.

Eine Besonderheit der neuen Tana-Brücke ist ihre innovative und spektakuläre Beleuchtung. In der dunklen Jahreszeit (während der Polarnacht) wird die Brücke von 11.000 dynamischen LED-Lichtern angestrahlt.
Die Lichtinstallation (entworfen vom Lichtdesign-Studio Zenisk) ahmt in ihren Bewegungen und Farben das magische Nordlicht (Aurora Borealis) nach. Die Brücke leuchtet dann in sanftem Grün, Blau und Violett, was sie zu einem spektakulären Fotomotiv in der arktischen Winternacht macht.

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