Radeln und Geocaching im Oberen Innviertel

Wir starten am Campingplatz beim Seewirt in Ibm am See. Die ruhige und angenehme Atmosphäre hat uns bereits im Vorjahr bei unserer Moorseetour sehr gut gefallen. Hier am Ufer des Ibmer See oder Heratinger See wie er auch genannt wird starten wir Richtung St. Pantaleon. Wir steuern die Runde rund um den Kuglberg von path.finder an. Während der Fahrt bieten sich uns oft tolle Ausblicke in die Landschaft. Im Hintergrund schimmert, durch den Dunst der in der Luft liegt, die Bergwelt der Alpen durch.

Die landwirtschaftliche Nutzung steht hier im Vordergrund nachdem der Kohlebergbau vor Jahren eingestellt wurde. Die Ernte ist fast beendet und die Felder werden für den kommenden Winter und für das Frühjahr vorbereittet. Die hier abgebildeten Kühe werden als Muggels die Position des Geocaches hoffentlich nicht verraten.

Nach einer Stärkung in einer Bäckerei und Konditorei in St. Pantaleon ((48.0082325, 12.8926016)) fahren wir weiter ins benachbarte Bürmoos. Hier wir ein Heimatmuseum und  Torf-Glas-Ziegel-Museum, das am 26. Oktober 2013 eröffnet wurde.

Die Entstehung des Moores, der manuelle Torfstich für die Nutzung als Heizmaterial sowie der maschinelle Torfabbau und die Weiterverarbeitung im Torfwerk, sind ein Schwerpunkt des Museum. Torf wurde im Bürmooser Moor und im Weidmoos von ca. 1850 bis ins Jahr 2000 abgebaut. Leider war das Museum geschlossen, aber ein Besuch wird nachgeholt.

Diese Information zu Gebäuden in Bürmoos entdeckte Brigitte.

Zurück in St. Pantaleon besuchten wir die Gedenkstätte des KZ-Weyer hier im Ort.

Schon im Juni 1940 wurde in St. Pantaleon (die ersten Wochen allerdings noch auf der Salzburger Seite des Flüßchens Moosach) auf Drängen des Gaubeauftragten für Arbeitserziehung Franz Kubinger vom Reichsgau Oberdonau ein Arbeitserziehungslager (behördlich oft auch als Arbeitsgemeinschaftslager Weyer-Haigermoos bezeichnet) für jene Volksgenossen eingerichtet, die von Bürgermeistern, Landräten, aber auch Funktionären der deutschen Arbeitsfront für arbeitsscheu oder asozial erklärt wurden, oft aber gewöhnliche Mitbürger waren,

die einzig aus privaten Gründen oder wegen kritischer Bemerkungen „entsorgt“ wurden. Dieser Personenkreis mußte als Zwangsarbeiter schuften, um das Ibmer Moor zu entsumpfen und so der Natur „neues Bauernland abzutrotzen“.(aus Ludwig Laher – Das Zigeuneranhaltelager Weyer-St. Pantaleon -Zufälliges Zentrum der NS-Aussonderungspolitik im Gau Oberdonau
(von Florian Freund: Oberösterreich und die ‘Zigeuner’, Linz 2010) Mehr dazu im Artikel – Ein Mahnmal für Nazi-Opfer in St. Pantaleon – Teil 1 Zwangsarbeit

Das Anhaltelager (Zigeunerlager) wurde nach der überhasteten Schließung des ersten Lagers aufgrund einer Anzeige des Lagerarztes im Jänner 1941 eingerichtet und bestand bis November des Jahres. Österreichische Sinti und Roma, darunter weit über 200 Kinder und Jugendliche, wurden interniert, die Männer zur Zwangsarbeit an der Moosach eingesetzt.

Namentlich bekannte Todesopfer sind Maria Daniel (5) aus Eggerding, Rudolf Haas (1 Monat) aus St. Pantaleon, Maria Müller (74) aus Höhenbergen/Kärnten. Mehr als 300 Sinti und Roma wurden von hier deportiert, fast alle kamen im Ghetto Łodz und in Chelmno (Polen) gewaltsam zu Tode. Mehr dazu im Artikel – Ein Mahnmal für Nazi-Opfer in St. Pantaleon – Teil 2: Das Anhaltelager für Roma und Sinti

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