Oskarshamn an der schwedischen Ostseeküste hat sich seit 2020 durch das Projekt Oskarshamn Street Art (OSA) unter der Kuratierung des lokalen Künstlers Albin Wiberg zu einer bekannten Open-Air-Galerie entwickelt. Die Stadt beherbergt über 20 groβflächige Wandgemälde (Murals) renommierter internationaler und schwedischer Street-Art-Künstler.

Es zeigt einen surrealen, charakteristischen Stil-Mix von TelmoMiel: Ein gewaltiger Fisch verschmilzt optisch mit einem historischen Holzschiff. Das Werk schlägt eine Brücke zwischen der maritimen Geschichte Oskarshamns als Hafen- und Werftstadt und der tiefen Verbindung zur Ostsee.

Eine Kombination aus Schablonenkunst (Stencil) und Graffiti, bei der ein Friedenszeichen in Betongeoptik aus der Wand gehauen wirkt.
Neben den riesigen Wandgemälden sind auch die vielen gestalteten Strom- und Verteilerkästen (auf Schwedisch elkskåp) ein prägendes Detail im Stadtbild von Oskarshamn. Während die riesigen Fassaden meist internationalen Street-Art-Größen gehören, wurden viele der Verteilerkästen von lokalen Künstlern, Jugendlichen und Anwohnern im Rahmen von Community-Projekten gestaltet.






Die Motive sind extrem vielfältig – sie reichen von typisch schwedischen Natur- und Tiermotiven über maritime Symbole der Hafenstadt bis hin zu bunten abstrakten Grafiken und Pop-Art.






Das Werk befasst sich mit der lokalen Geschichte und Mythologie der Region um Oskarshamn. Es ist eine moderne Interpretation der schwedischen Folklore rund um Blåkulla (die nahegelegene Felseninsel Blå Jungfrun in der Ostsee), die im Volksglauben als Treffpunkt der Osterhexen gilt.
Die Schlange und der eindringliche Blick der Frau spiegeln die historischen Mythen und Hexenprozesse der Küstenregion wider.

Case Maclaim ist weltweit für seine fotorealistischen Darstellungen von Händen bekannt. Das Gemälde zeigt übereinandergelegte Hände, die versuchen, ein Einmachglas mit Essiggurken zu öffnen.
Das Bild spielt humorvoll, aber auch metaphorisch auf den Zustand des „Eingesperrtseins“ und den Drang nach Freiheit an – das Gefühl, wenn etwas feststeckt und man Kraft aufwenden muss, um es zu befreien.
Die Sitzbänke sind ein weiteres charmantes Detail der Street-Art-Szene in Oskarshamn. Viele der Bänke wurden in Mitmach-Aktionen (Community Art) von lokalen Künstlern, Schulklassen, Kindergärten und Anwohnern gestaltet. Einige entstanden auch direkt im Rahmen der Street-Art-Festivals als kreative Ergänzung zu den großen Wandgemälden.








In diesem Werk fängt sie die Dynamik von stürmisch galoppierenden weißen Pferden ein, die von auffliegenden Wasservögeln begleitet werden.
Das Werk entstand 2020 zum Auftakt des Oskarshamn Street Art-Projekts und war erst das zweite großflächige Mural-Gemälde der Künstlerin überhaupt.


Die Kunst im öffentlichen Raum überträgt sich auch in die Innengestaltung von Lokalen. Hier konnte ich einen Blick in eine Bar erhaschen.

INTI ist bekannt für seine monumentalen, farbenfrohen Figuren mit Einflüssen südamerikanischer Indigenen-Kultur und Folklore. Das Werk zeigt eine große, in violette und natürliche Töne gehüllte Gestalt, die in einer Hand einen Olivenzweig als weltweites Symbol für Frieden, Hoffnung und Versöhnung hält. In der anderen Hand fallen Patronenhülsen herab – eine visuelle Metapher für Abrüstung und das Enden von Konflikten.

Sophie Mess ist weltweit bekannt für ihre fotorealistischen, oft fast magisch leuchtenden Botanischen Großaufnahmen. Sie zeigt überdimensionale Blumen und Pflanzen in kräftigen, strahlenden Farben.
Das Kunstwerk befindet sich an einer Wand mit rauer, unebener Oberflächenstruktur. Dieser Effekt lässt die Blütenblätter und Farbverläufe bei direktem Sonnenschein besonders lebendig und schimmernd wirken.