Am ersten Tag zog es uns in die nördlichen Ausläufer der Alvaret. Wie schon beschrieben diese Landschaft hat für mich einen besonderen Reiz. Diese karge Lanschaft bietet immer wieder Überraschungen wenn man die Flora und Informationstafeln genauer betrachtet.



Die Verschiedenen Cache, hier sind es oftmals sogenannte Petlinge, werden in oder um Wacholdersträucher platziert.

Schildkrebse in der Alvaret
In einigen temporären Gewässern (Feuchtgebieten) der Öland-Alvare, von denen sich eines manchmal auch jenseits der Steinmauer befindet, kann man mit etwas Glück auf den uralten und seltenen Schildkrebs stoßen. Er ähnelt einem lebenden Trilobiten und sieht seit über 200 Millionen Jahren unverändert aus. Die pfeilschwanzkrebs-ähnlichen Kleintiere im Stora Alvaret heissen Schildkrebse (wissenschaftlich Notostraca).

Wer sie suchen möchte, braucht Glück: In den meisten Jahren findet man sie gar nicht. Die Eier schlüpfen nur in warmen Jahren nach ausgiebigen Regenfällen im Spätsommer oder Frühherbst.
In Laborexperimenten schlüpften sogar 25 Jahre alte, eingeweichte Eier, und sie können vermutlich noch viel länger im Trockenen überleben. Bei der Suche sollte man äußerst vorsichtig vorgehen. Trübes Wasser kann für die Tiere tödlich sein. Es wurden Exemplare von fast zehn Zentimetern Länge gemeldet, doch diese Krebse erreichen normalerweise nur die Hälfte dieser Größe.



Die Moschus-Malve (links, Malva moschata, auf Schwedisch Myskmalva) wächst auf Öland vor allem an den Rändern des Stora Alvaret, entlang von Trockenrasen, Wegrändern und alten Steinmauern.


Das Öland-Sonnenröschen (links, Helianthemum oelandicum) ist eine charakteristische, niedrig wachsende Pflanzenart, die im Frühsommer weite Teile des Stora Alvarets in ein gelbes Blütenmeer verwandelt. Diese spezifische Unterart kommt wild weltweit fast ausschließlich auf Öland vor (ein seltenes Relikt aus nacheiszeitlicher Zeit) und ist daher ein echtes botanisches Wahrzeichen der Insel.
Die Gewöhnliche Felsen-Zwergmispel (Cotoneaster integerrimus, schwedisch Oxbär), hier rechts schafft es in der Alvaret mit ihren tief reichenden Wurzeln an die Feuchtigkeit, die sich tief in den Gesteinsspalten sammelt, heran zu kommen.
Die Windmühlen auf Öland
Mitte des 19. Jahrhunderts gab es auf Öland rund 2.000 Windmühlen. Fast jeder Bauernhof besaß seine eigene Mühle als Eigenbedarf und Statussymbol. Die meisten der erhaltenen Mühlen sind Bockwindmühlen (schwedisch stubbkvarn).

Die Windmühle „Kvarnkungen“ (schwedisch für „Der Mühlenkönig“) steht in Björnhovda nahe Färjestaden. Sie ist die größte erhaltene Bockwindmühle (schwedisch: Stubbkvarn) in ganz Skandinavien. Ursprünglich 1749 in Kalmar auf dem Festland errichtet, wurde die Mühle Ende der 1880er Jahre abgebaut und nach Öland versetzt. Bei gutem Wind konnte die Mühle mit zwei Mahlsteinpaaren bis zu 400 kg Mehl und Schrot pro Stunde verarbeiten.
Der Karlevi-Stein


Dieser Runenstein lag auf unserer Heimfahrt von der Geocachingtour. Er enthält ein Gedicht im sog. höfischen Stil der Wikinger-Dichtung. Das Gedicht ist das einzige dieser Art, das noch im Original erhalten ist. Es ist Ruhmesgedicht und Nachruf auf einen gefallenen Wikinger-Häuptling, namens Sibbe. Er wird im Gedicht mit Odin verglichen, dem höchsten Gott!
Der Runenstein ist ca. 1000 Jahre alt; damals befand sich die Zeit im Umbruch zwischen Asenglaube und Christentum. Auf dem Stein kann man die Wörter entziffern: „ΙΝΟΝΊΝ … EH“, was eine Entstellung von „IN NOMINE IHESU”, also „In Jesu Namen“ ist.