Gammelstad Luleå und das Freilichtmuseum Hägnan

Bevor wir aus Luleå abfahren besuchen wir die ursprüngliche Altstadt. Wir besuchten die Gammelstadt bereits 2022. Diesmal besorgen wir uns einen Audioguide, den wir uns per QR-Code downloaden. Auszüge aus diesem Audioguide verwende ich für diesen Artikel, um präzise die Intention der Verfasser:innen wiederzugeben.

Der Ortsname Gammelstad deutet auf einen alten Platz hin und geht auf die Gründung der Stadt Luleå im Jahre 1621 an dieser Stelle zurück. Bereits 1649 wurde die Stadt jedoch an ihren heutigen Platz verlegt und der Ort hier wurde in Luleå Altstadt umbenannt, auf schwedisch Gamla Stad, was in späterer Folge zu Gammelstad wurde. Hier befindet sich aber auch heute noch eine Stadt, die älter ist als die Stadt Luleå; dabei handelt es sich um die Kirchstadt, die bereits seit umgefähr 500 Jahren existiert.

Vor ungefähr 700 Jahren hätten Sie von dem Platz, an dem Sie jetzt stehen, rundherum überall Wasser gesehen. Wir befinden uns nun in der Mitte des 14. Jahrhunderts. Sie stehen mitten auf einer Insel in der Mündung des Luleflusses. Von dieser Insel aus sind andere kleine Inseln zu erkennen. Einer der höchsten Punkte der Insel liegt da, wo der Kirchturm heute steht. Die Landhebung beträgt heutzutage 8 mm pro Jahr, also 80 cm in 100 Jahren Die Küste hat sich aufgrund der Landhebung ca 12 km verschoben.

Altar in der heutigen Kirche.

Die Mächtigen innerhalb der Kirche und des Adels erhalten die Flußtäler im Norden zugewiesen und sollen im Gegenzug Bewohner Mittelschwedens nach Norden umsiedeln und die christlichen Lehren verbreiten. In dieser Zeit ist die Grenzziehung zwischen dem schwedischen Reich und der Republik Novgorod, dem heutigen Russland, alles andere als eindeutig. Die Menschen, die seit tausenden von Jahren hier leben und werken, betreiben Handel mit kostbaren Pelzen und Leder mit der Republik Novgorod; in den Flüssen gibt es reichlich Fisch, vor allem Lachs. Die katholische Fastenzeit beträgt 180 Tage im Jahr und in dieser Zeit ißt man Fisch anstelle von Fleisch. Die Fischpreise in Europa steigen.

Der Erzbischof hat das Gebiet von Umeå im Süden bis Särkalix im Norden als Lehen und besitzt lukrative Lachsfischfanggebiete in der Gegend, die ihm große Reichtümer einbringen. Wahrscheinlich ist er es, der den Bau der Kirche veranlässt, und möglicherweise trägt er sich dabei mit dem Gedanken, diese als Bischofssitz zu verwenden. Die Kirche von Nederluleå ist die größte spätmittelalterliche Kirche Nordschwedens.

Der zur Schau gestellte Reichtum der diversen Kirchen, ist das Produkt der jahrhundertelangen Ausbeutung der ländlichen Bevölkerung.

Ein interessanter Kanaldeckel im Ort.
Im 16. Jahrhundert findet in den Kirchen des gesamten schwedischen Reiches eine große Veränderung statt. König Gustav Vasa veranlasst die Verstaatlichung aller Kirchen und die schwedische Kirche wird zur evangelisch-lutherianischen Staatskirche. Vor der Reformation arbeiteten die Kirche und der König zeitweise zusammen und zeitweise kämpften sie um die Macht. Nach der Reformation hat der König die Macht über die Kirche.

Vor Zeiten der Massenmedien ist die Kirche ein wichtiger Treffpunkt für die Menschen. Hier werden Neuigkeiten und der Wille des Königs genauso verkündet wie die Bibel und die christliche Lehre.
Im 16. und 17. Jahrhundert wird die Anwesenheitspflicht beim sonntäglichen Gottesdienst in den schwedischen Pfarrkirchen verschärft.

Ende des 19. Jahrhunderts eröffnen sie Cafés und Geschäfte unterschiedlicher Art und die Bauern werden wichtige Kunden. In den 1920-er Jahren gab es in Gammelstad mehr als 10 Cafés, für jeden Geschmack eines!

1996 wurde die Kirchstadt Gammelstad in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen.

Im Café Ulla gönnen wir uns nach dem Rundgang eine Stärkung und betrachten dabei das Treiben hier auf dem zentralen Platz.Im Visitorcenter besuchen wir die Ausstellung und stoßen dabei auf die Spuren eines interessanten Brauches.

Am Weg zum Freilichtmuseum

Auf dem Gelände stehen über 30 originalgetreue oder rekonstruierte Gebäude aus verschiedenen Epochen — darunter Bauernhöfe, Scheunen, eine Bäckerei, eine Schmiede und eine historische Volksschule.

Hier Fotos vom Besuch diverser Innenräume im Freilichtmuseum.

Die Zeitschrift „Freja“ (oft auch Freia geschrieben) war eine bekannte historische Mode- und Frauenzeitschrift, die ab 1873 bis 1907 in Schweden erschien.

Diese Exemplar lag in einer Stube eines ehemaligen Herrenhauses

Der Schwerpunkt lag auf neuester Pariser und europäischer Damenmode, Handarbeiten, aufwendig kolorierten Modestichen sowie Schnittmustern für das Bürgertum.  Sie galt als eine der einflussreichsten Mode- und Lifestyle-Zeitschriften im Skandinavien des späten 19. Jahrhunderts.

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