Juhls’ Silbergalerie In Kautokeino

Ein Besuch mit einem glitzernden Effekt

Klassischerweise stellten die Samen (die Ureinwohner Lapplands), die oft als Rentierzüchter nomadisch lebten, ihren Silberschmuck lange Zeit nicht selbst her. Sie erwarben Silber im Tauschhandel aus Russland, dem Baltikum oder Südskandinavien. Silber hatte in ihrer Kultur einen extrem hohen Stellenwert – es war Zahlungsmittel, Statussymbol und Schutzamulett.

Regine Juhls (eine Deutsche) und Frank Juhls (ein Däne) kamen in den 1950er Jahren unabhängig voneinander als Auswander:innen nach Kautokeino, um das raue Leben im Norden kennenzulernen. Sie verliebten sich ineinander und in die Kultur.

Da es im Ort niemanden gab, der den traditionellen Schmuck der Samen reparieren konnte, baten die Einheimischen die beiden um Hilfe, da sie handwerklich und künstlerisch geschickt waren.  Aus dieser improvisierten Reparaturwerkstatt entstand 1959 die erste Silberschmiede der Finnmark. 

Hier die Galerie – drei Birken im Vordergrund wurden wegretuschiert.

Das Gebäude selbst ist ein architektonisches Kunstwerk, das sich organisch über Jahrzehnte an die Tundralandschaft angepasst hat. Das Paar hat fast jedes Zimmer selbst entworfen und angebaut – inspiriert von Schneewehen und den Formen der Natur.

Afghanistan in der Galerie

In der Galerie trifft die arktische Nomadenkultur Lapplands direkt auf die Wüsten- und Steppennomadenkultur Afghanistans.

Das Bild stammt von „Visit Alta“
In den 1970er Jahren reisten die beiden regelmäßig nach Afghanistan. Grund dafür war ihr tiefes Interesse an nomadischen Kulturen: Nachdem sie bereits Jahrzehnte mit den nomadischen Samen im Norden verbracht hatten, faszinierte sie das Leben, die Textilkunst und die Handwerkstraditionen der asiatischen Nomadenstämme im Orient ebenso. 

Wie kamen wir zur Galerie?
Wir hoben in ca. 2 km Entfernung einen Geocache. Am Rückweg meinte Brigitte sie will sich die Galerie ansehen.
Beim Eintritt in die Galerie bekamen wir eine Einführung zur Entstehungsgeschichte des Gebäudes und zur Geschichte der Gründer:innen. Die junge Dame erklärte uns auch die Strukturierung der einzelnen Räume. Der Silberschmuck ist sehenswert und verführerisch zugleich.
Beim Verlassen hatten wir plötzlich Silberschmuck mit, wobei mich die Verkäuferin auf die Texe Free- Möglichkeiten aufmerksam machte.

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