Flechten – Birken – Repparfjordelva – Harald Hofseth – ein mysteriöses Flugfeld – Voggeneselva

Wir starten in Olderfjord mit einem Tankstellenstopp und nutzen hier auch die Gelegenheit wieder einmal AdBlue nachzutanken. Brigitte hat am Vortag jene Geocaches rausgesucht, wo in der Nähe auch ein Parkmöglichkeit für unser Womo vorhanden ist. Dabei nutzen wir auch die vorhandenen Pfade, um möglichst schonend mit der Natur umzugehen. Den Müll, den wir mitnehmen können, entsorgen wir in den nächsten Mülltonnen – die Spuren der Zivilisation sind vielfältig.


Ich bin kein Flechtenexperte, aber von den Fotos die mir bei der Auswahl zur Verfügung standen, habe ich mich für diese Art entschieden. Sie wächst meist auf Bäumen und in der Tundra auf kalkarmen Böden.
Flechten in der Kälte der Finnmark nur Bruchteile eines Millimeters pro Jahr wachsen, kann ein handtellergroßer Fleck auf dem Boden oder Stein locker 100 Jahre oder älter sein. Wenn man die Flechte anfasst, fühlt sie sich bei trockenem Wetter oft ganz brüchig und papierartig an – sobald es im Norden aber regnet oder neblig wird, saugt sie sich voll, wird elastisch und beginnt sofort mit der Photosynthese. Ein echter Überlebenskünstler auf dem kargen Tundraboden!

Durch die extremen Bedingungen – schwere Schneelasten im Winter, eisige Winde und der Permafrost im Boden – wachsen die Birken oft nicht gerade nach oben. Sie sind niedrig, knorrig, tief verzweigt und windgepeitscht, was den Wäldern ein fast märchenhaftes, uriges Aussehen verleiht.

Bei den Bäumen handelt es sich meist um die Moor-Birke auf Norwegisch Fjellbjørk). Sie bildet die klimatische Waldgrenze zur arktischen Tundra.
So widerstandsfähig diese Wälder gegen Kälte sind, so anfällig sind sie für einen winzigen Bewohner: die Raupen des Birkenspanners (fjellbjørkemåler).
In zyklischen Abständen (etwa alle zehn Jahre) kommt es zu Massenvermehrungen. Die Raupen fressen dann im Hochsommer ganze Hektare des Waldes komplett kahl. Große, grau-braune Flächen aus scheinbar abgestorbenen Stämmen sind die Folge.
Zwar erholen sich die Birken oft nach einigen Jahren wieder, doch der Klimawandel begünstigt mildere Winter, wodurch sich die Schädlinge weiter nach Norden und in höhere Lagen ausbreiten können.

Die Hängebrücke (hengebru) über die Repparfjordelva bei Knottheim (in der Kommune Hammerfest, ehemals Kvalsund) ist vor allem unter Anglern und Wanderern in der Finnmark ein Begriff. Wir mussten rüber, um auf der anderen Seite eine Cache zu heben. Für mich sind diese schwankenden Brücken ab einer gewissen Höhe immer Herausforderung und mit einem Adrenalinschub verbunden. Brigitte hat ihren Spass bei solchen Überquerungen, deshalb geht jede/r für sich rüber.

Die Repparfjordelva (auf Samisch: Riehppovuoatnajohka) ist einer der bekanntesten und ertragreichsten Lachsflüsse in der gesamten Finnmark. Im Oberlauf fließt die Repparfjordelva recht ruhig durch das Hochtal, wandelt sich im Mittellauf (wo sich auch Knottheim befindet) in eine abwechslungsreiche Strecke mit Stromschnellen, tiefen Gumpen und Kiesbänken, bevor sie im Unterlauf breiter wird und ruhig in den Fjord mündet.
Ökologische Kontroverse: Das Minenprojekt
Die Repparfjordelva und ihr gleichnamiger Fjord standen in den letzten Jahren im Zentrum einer der größten Umweltschutzdebatten Norwegens. Das Bergbauunternehmen Nussir ASA plante den Abbau von Kupfer in den umliegenden Bergen.

Die Kontroverse drehte sich vor allem um die Absicht, die giftigen Minenabfälle direkt im Repparfjorden zu deponieren (Seadump / Sjødeponi). Umweltschützer, die lokale Bevölkerung und die samischen Rentierzüchter protestierten heftig, da sie irreversible Schäden für das marine Ökosystem des Fjords und damit langfristig auch für die Lachse, die zum Laichen in die Repparfjordelva aufsteigen, befürchteten.

Es handelt sich um einen Gedenkstein (norwegisch: bautastein oder minnestein), der zu Ehren von Harald Hofseth (1892–1951) errichtet wurde. Er befindet sich an einem strategisch wichtigen Verkehrsknotenpunkt in Nordnorwegen: am Skaidi-Kreuz (Skaidikrysset) in der Provinz Finnmark.
Als die norwegische Exilregierung in London nach der systematischen Zerstörung („Politik der verbrannten Erde“) durch die deutschen Besatzer zögerliche Pläne für den Wiederaufbau schmiedete, widersetzte sich Hofseth den bürokratischen Verzögerungen. Er forderte im Mai 1945 vehement, dass die evakuierten Menschen sofort in ihre Heimat zurückkehren durften, um den Wiederaufbau selbst in die Hand zu nehmen.
Er leitete das technische Büro des sogenannten Finnmarkskontoret, das für den gigantischen provisorischen und dauerhaften Wiederaufbau der Infrastruktur und Gebäude in der Region verantwortlich war.
Nach Hofseths frühem Tod im Jahr 1951 wurde ihm zu Ehren 1953 der Bautastein in Skaidi aufgestellt.
In Skaidi machten wir Pause mit Kaffee und den typischen skandinavischen Waffeln bedeckt mit Erdbeermarmelade. Zum Heben des Geocaches mussten wir einen Strassenbrücke überqueren. Hier war ziemlich viel los, weil hier machen die Nordcapfahrer.innen Zwischenstation und die Abzweigung nach Hammerfest ist auch hier.
Wir waren 1988 am Nordcap und hatten damals das Glück die Mitternachtssonne zu erleben. Mittlerweile ist es zu einem Tourist:innen-Hype verkommen, wo es nur mehr ums Geschäftemachen geht. Es gibt hier landschaftliche Regionen, die viel interessanter als dieser kahle Felsen sind, und wo man die Mitternachtssonne genau so gut „aufsaugen“ kann.

Die unbekannte Landebahn „militær flystripe“ bei Skaidi an der Repparfjordelva

Einer der Owner erwähnt etwas von einem ehemaligen Flugfeld, das mittlerweile von der Natur zurückerobert wird.
Die Landebahn an der Repparfjordelva, nahe dem wichtigen Verkehrsknotenpunkt Skaidi, diente der Wehrmacht primär als ein solcher logistischer Hilfs- oder Notlandeplatz für kleinere Aufklärungs- und Transportflugzeuge.
Nach dem Krieg wurde die Piste vom norwegischen Verteidigungsministerium bzw. den Streitkräften für Notfälle oder Übungen instand gehalten oder zumindest als militärisches Areal gelistet. Heute sind von solchen ehemaligen Feldflugpisten in der Finnmark oft nur noch langgezogene, ebene Schotter- oder Grasstrukturen im Gelände sichtbar,
Die Voggeneselva

Die Voggeneselva ist ein Nebenfluss der bekannteren Repparfjordelva. Der Fluss befindet sich in der Gemeinde Hammerfest (in der Region des früheren Kvalsund) und fließt durch die karge, arktische Hochebene Sennlandet.
