Kunst – Arbeitswelt und ein Freilichtmuseum in Ljungby

Wir sind wieder zurück in Schweden. Nach einer Fährfahrt (Puttgarden – Rødby Havn), einer Übernachtung auf einem tollen Stellplatz Solbakken und der Überfahrt auf der Öresundbrücke, verbringen wir zwei Nächte in Ljungby.

Die erste Station ist der Hembyggsparken eine Art Freilichtmuseum, das auch gleichzeitig Veranstaltungszentrum ist.

Ryggstuga A stammt aus Åbjörnaboda und wurde dem Ljungby Hembyggsförening geschenkt. Diese Hütte wurde später mit einer Dachbodenhütte aus Tryggsberg zur Högloftstuga zusammengelegt. Ryggstuga B stammt aus Torset und erhielt 1930 ihren heutigen Standort.

Auf der Bühne des Freilichtmuseum probte gerade eine Schulklasse ein Musikstück. Es war super anzusehen wie die Lehrer:innen versuchten dem Ganzen etwas Schwung zu geben und die Kids mit selbst gebauten Schlaginstrumenten zusätzlich „Pepp“ verliehen.

Das Denkmal von Astrad und Götrad, die angeblich die ersten Einwohner von Ljungby waren. Dieses Denkmal entdeckten wir in der Innenstadt.

Ljungby bekam 1936 Stadtrechte. 1953 zerstörte ein Brand große Teile von Ljungbys Innenstadt. Die beim Wiederaufbau im modernen Stil errichteten Gebäude werden auch heute noch stark diskutiert.

Heute interessierte mich wie wird Arbeit in einer Industriestadt künstlerisch im öffentlichen Raum dargestellt. Ein paar interessante Beispiele fanden wir.

Fassadenkunstwerk „Viertelsgeschichte“ (Kvartershistoria)
 Künstler: Sven Ljungberg

Brigitte hat positiv angemerkt, dass die Figur der Frauen nicht den üblichen Models nachempfunden sind, sondern Frauen so darstellen, wie sie mehrheitlich sind. Am dritten Bild, wo körperlich schwere Arbeit dargestellt wird sind nur Männer zu sehen. Meine bisherigen Erfahrungen in Schweden sind, dass ich auf Baustellen schon öfters Frsuen in diesen Berufen gesehen habe. Im Kaffee sitzen nur gut gekleidete Männer und eine Frau arbeitet hier als Servicekraft.

Die Vibro-Verken wurden 1934 gegründet und stellten Innenvibratoren (Tauchvibratoren) für den Betonbau sowie elektrische und druckluftbetriebene Vibrationsgeräte her. Später folgten Vibrationswalzen für den Straßen- und Erdbau. Ein großer Erfolg war die Walze CG10, die sich in Skandinavien über tausendfach verkaufte. Die Betriebseinstellung in Ljungby erfolgte im Jahr 2011. Dieses Denkmal erinnert an die ehemals 300 Arbeitnehmer:innen des Unternehmens.

Rechts die Statue Flickorna i Småland“ (Die Mädchen in Småland). Die Bronzestatue zeigt zwei junge Frauen bzw. Mädchen, die fröhlich lächelnd Arm in Arm im Kreis tanzen. Sie stehen auf einer steinernen Basis, die die Form der schwedischen Provinz Småland hat. Das Werk wurde von der renommierten schwedischen Bildhauerin Lena Lervik (* 1940) geschaffen, die besonders für ihre ausdrucksstarken Frauenfiguren bekannt ist.
Beim linken Denkmal habe ich keine Informationen gefunden.

Am Beginn der Tagestour ein Hembyggsgård und am Ende. Emir besuchen den Berga Hembygdsgård, ein wunderschöner Ort mit einer reichen Geschichte. Er besteht aus mehreren älteren Gebäuden, die aus der Gegend hierher versetzt wurden.

Der Gedenkstein im Hembyggspark erinnert an Stig Gunnarsson. Er stammte aus der Region und war im Zweiten Weltkrieg als junger schwedischer Feldjäger (fältjägare) und Grenzsoldat eingesetzt. Er verlor sein Leben am 11. März 1943 im Alter von nur 23 Jahren unter dramatischen Umständen an der schwedisch-norwegischen Grenze (nahe Gäddede in Jämtland).

Zurück in Ljungby stand uns noch ein Abenteuer bevor. Wir benötigten einige Lebensmittel und wir „kämpften“ uns durch einen riesigen Supermarkt durch die Regale.

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