Vom Steyr- ins Ennstal

Heute ist ein 50 km lange Radtour mit unseren E-Bikes angesagt. Dazu treffen wir unseren Guide und guten Freund Gerhard G. in Steyr beim Eingang in die Enge Gasse. Modisch gestylt in roter Windjacke und himmelblauen Sonnenbrillen erläutert er uns In groben Zügen die möglichen Routenvorschläge. in seiner witzigen Art, die ich an ihm sehr schätze, garniert er die verschiedenen Varianten mit Beschreibungen, die uns die jeweilige Routenwahl erleichtern sollen.

Wehrgraben in Steyr

Der Wehrgraben liegt westlich steyraufwärts der Altstadt. Es ist ein linkes Nebengerinne, und rinnt durch die Ortslage Wehrgraben im Stadtteil Steyrdorf. Er führt etwa die Hälfte des Normalwassers vom Steyrfluss.
 Im Jahr 1972 beschloss der Steyrer Gemeinderat, das Gerinne durch den Wehrgraben zuzuschütten und die gewonnene Fläche durch modernen Wohnbau aufzufüllen. Nach erstem Widerstand und einem Gutachten der Wiener Universität für Bodenkultur wurden die Pläne 1980 konkretisiert, was zur Gründung der Bürgerinitiative „ Im Jahr 1972 beschloss der Steyrer Gemeinderat, das Gerinne durch den

Wehrgraben zuzuschütten und die gewonnene Fläche durch modernen Wohnbau aufzufüllen. Nach erstem Widerstand und einem Gutachten der Wiener Universität für Bodenkultur wurden die Pläne 1980 konkretisiert, was zur Gründung der Bürgerinitiative „Rettet den Wehrgraben“ unter dem Steyrer Kunstlehrer Heribert Mader führte. 1983 wurden die Pläne, den Wehrgraben zuzuschütten, endgültig verworfen.  Der ganze Kanal steht seit 1987 als bedeutendes industriegeschichtliches Zeugnis unter Denkmalschutz.

2. Zeugstätte

Die 2. Zeugstätte (Denkmal Wohn-, Industriekomplex), südlich vom Wieserfeld, bei der heutigen Direktionsbrücke, ist 1525 als Hans Pachs neues Zeug genannt und hieß auch Altmühle oder Papierzeug, hier befand sich eine weitere Papiermühle. Die Schleife wurde 1614 zum Kupferhammer, später Drahtzug, Sensenschmiede, und zuletzt das Wohnhaus von Franz Werndl. Das Wehr betreibt ein um 1910 gebautes Kleinwasserkraftwerk der Hack–Werke, das später über eine Kabelstrecke die elektrische Energie in das Hauptwerk der Steyrwerke lieferte. Es wurde 2007 neu in Betrieb genommen. Dort befindet sich auch ein zweites Regulierwehr, die Kupferhammerfalle , an der das Oberwasser zur Steyr ausgeleitet wird. An dessen Mündung liegt das heutige Museum Arbeitswelt.

Nachdem es hier mehrere Unfälle gab wird bei dem Kruglwehr in Zusammenarbeit mit der Stadt Steyr eine neue Bootsrutsche gebaut.

Oberhalb des Ennskraftwerks Pichlern machen wir eine kurze Pause. Im Kraftwerk wurden von 2004 bis 2006 zwei Kaplan-Rohrturbinen zur Stromerzeugung neu errichtet, um im Jahresdurchschnitt rund 13 Mio kWh Strom zu erzeugen. Um die Fallhöhe von 5,66 m zu erreichen, wurde der Steyr Fluss auf einer Länge von 800 m eingetieft. Im Zuge der Revitalisierung der Anlage wurden ebenso Anstrengungen zum Schutz der Umwelt bzw. des Lebensraumes der lokalen Fischpopulationen unternommen. Eine Fischwanderhilfe wurde mit dem Neubau der Anlage eröffnet. Über eine Länge von 290 m können Fische die Kraftwerksanlage schad- und problemlos passieren.

Pichlern
Diesen Badeplatz hat uns Gerhard gezeigt. Hier hat die Steyr im Sommer erfrischende 18 Grad Celsius.

In Steinbach an der Steyr finden wir kein Cafe oder Wirtshaus, das geöffnet wäre. So wechseln wir nach einem Tipp nach Grünburg, auf die andere Uferseite der Steyr zum Cafe Raffaela. Nach Kaffee und Marillenschiffchen gehts mit den Rädern in die Höhe, denn wir wollen vom Steyrtal ins Ennstal. Mit tollen Aussichten und einem kleinen Irrweg, wo wir allerdings Äpfel von einer Bäuerin geschenkt bekommen, radeln wir zwischen Gehöften mit herrlichen Ausblicken.

Nach ca. 10 km auf dem Höhenrücken zwischen Steyr und Enns sehen wir hinuter auf das Ennskraftwerk vor Garsten.

Gerhard machte mit uns noch eine Sonderführung in Garsten, bevor es zurück nach Steyr ging. Herzlichen Dank dafür.

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