Der Gestaltwechselfelsen in Micheldorf

Von Arto Paasilinna, einem finnischen Romanautor, holte ich mir die Idee für den Titel. In seinem Roman ist der Gestaltwechselfelsen ein kultischer Ort, wo der Sohn des Donnergottes mit einem Finnen die Person tauscht.
Auch hier in Micheldorf wechselte der 594 m hohe Bergkegel mehrmals seine Bedeutung. Vom keltischen Kriegstempel zu Ehren des Gottes Tutales mit dem „heiligen Bründl“, das aus dem Westabhang des Prellers sprudelt und dessen Wasser Augenleiden, Kopfweh und Wunden heilen soll. Später eine Fliehburg, die in unsicheren Zeiten Schutz bieten sollte.

Am Beginn unserer Wanderung drängte sich die Burg Altpernszein in unser Blickfeld.

Die Burg wurde um 1000 errichtet und in den Jahren 1160 und 1207 urkundlich erwähnt.Die Burg war bis 2017 ein Zentrum der Katholischen Jungschar, wo auch ich erste Ausbildungen für die Jugendarbeit erhielt.

Selbst das kleinste Plätschern hatte „magnetische Anziehungskräfte“ auf unseren jüngsten Begleiter im Wanderteam.

Zurück zum Georgenberg und seinem nächsten Gestaltwechsel. Wahrscheinlich in karolingischer Zeit wurde an den frühchristlichen Chor ein hölzernes Langhaus ausgebaut, welches im 12. Jahrhundert durch einen Steinbau ersetzt wurde. In der Reformationszeit war die Kirche evangelisches Gotteshaus unter der Herrschaft der lutherischen Pernsteiner.

Fünfmal ist die Kirche durch Blitzschläge abgebrannt, immer wieder wurde sie aufgebaut. 1788 retteten zwei Micheldorfer Senséngewerken das Gotteshaus vor dem Abbruch und kauften sie um 120 Gulden für die Gemeinde, in deren Besitz sie noch heute ist.

Neben der Kirche und einem Gasthaus, das in der Hauptsaison zwei Wochen geschlossen ist, gabs noch tierische Überraschungen. Wir versuchten auch beim Geocaching einen Multi zu finden. Zwei Stationen hatten wir erfolgreich gelöst. Aber über den Zugang zum „Final“ waren wir uns nicht einig. Das Loggen muss auf den nächsten Besuch verlegt werden.

Vom Hügel hatten wir einen tollen Ausblick in das Kremstal auf die Orte Micheldorf und Kirchdorf. Wir erlebten auch den Start eines Segelfliegers mit einer Seilwinde vom Flughafen Micheldorf. Dadurch wird das Segelflugzeug in ca. 3-4 Sekunden von 0 auf knapp 100 km/h beschleunigt, hebt ab und erreicht nach etwa 30 Sekunden eine Höhe von etwa 300-400 Metern. Das Seil fällt im Anschluss mit einem Fallschirm zu Boden.

Zwei zentrale Vergnügungszentren passierten wir bei unserem Kurztrip. Einen Schwimmteich, der seit heuer wieder zum Baden genutzt werden kann und einen Spielplatz für die Kids des Ortes.

Hier trafen wir Harald, der uns am Rückweg einiges über die Schwarzen Grafen und die Sensenmänner von Micheldorf erzählen konnte. Das gibt es in einem der nächsten Berichte.

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