
Am Rückweg vom Zahnarztbesuch machte ich kleinen Abstecher in die Josefstadt. Die beiden Owner meinten in der LAB-Beschreibung, dass es noch mehr interessante Palais, Sakralbauten aber auch Privathäuser in der Umgebung gäbe. Also versuchte ich mit offenen Augen durch die Gassen und Straßen zu gehen, um noch viel Interessantes entdecken.

Am Start beeindruckte mich das florale Wandgemälde am Wohnhaus in der Josefstädter Straße 68. Das farbenfrohe Fassadenbild sorgt für eine angenehme Abwechslung im Straßenbild.

Das Gebäude ist das älteste im Bezirk. Es wurde 1701 für den Bäckermeister Peter Reichsgruber im barocken Stil errichtet. Es stammt aus der allerersten Besiedlungsphase des 8. Bezirks nach der Zweiten Türkenbelagerung. Der Name „Zur heiligen Dreifaltigkeit“ geht auf eine Sandsteingruppe über dem Portal zurück. Über 250 Jahre lang befand sich darin eine Bäckerei.

Das Schulgebäude am Hamerlingplatz wurde 1905 von Julius und Wunibald Deininger in einem Zusammenspiel von Tradition und Wiener Moderne errichtet. Heute ist darin die Vienna Business School untergebracht.
‚Ich machte mich im „Netz“ auf die Suche nach einer Beschreibung der Figurengruppe:
Die lebensgroßen bis überlebensgroßen Figuren stellen typische Allegorien des Handwerks, des Handels, des Fleißes und der Bildung/Zukunft dar (u. a. Erwachsene in Arbeits- und Lehrkleidung, Handwerker und ein Kind mit emporgestrecktem Arm als Symbol der heranwachsenden Generation). Sie nehmen direkten Bezug auf die ursprüngliche Funktion des Hauses als Ausbildungsstätte für Wirtschaft und kaufmännisches Handwerk.
Nach dem Abgehen der fünf Stationen des Lab machte ich mich auf dem Weg zur Buchhandlung FAKTory und nahm noch einige Eindrücke mit.

Diese Zwickelfiguren)orientiert sich an der traditionellen Architektur der Renaissance und des Barock und ist typisch für die Prachtbauten der Wiener Gründerzeit. Die rechte Figur stellt eine das Steinmetzhandwerks dar. Der Mann hält einen Bildhauerhammer (Fäustel) in der Hand und schlägt bzw. meißelt an einer Büste.Links eine Allegorie der Architektur / Zeichenkunst (oder Malerei) dar. Sie hält Zeicheninstrumente bzw. eine Planrolle in den Händen.

Direkt neben dem Eingang sehe ich diese beiden Figuren. Auf der linken Seite stützt ein bärtiger Mann (ein klassischer Atlant), auf der rechten Seite eine Frau (eine Karyatide) das darüberliegende Gebälk bzw. den Erkeransatz. Beide greifen stilistisch mit den Händen über ihr Haupt, um die scheinbare Last des Hauses abzufangen.
Nun genug von Architektur, aber ich liebe diese Figuren unter Balkonen und über Hauseingängen. Bei den heutigen Baurten steht Funktionalität im Vordergrund.