Der Maler und der Fährmann in der Nibelungenstadt Pöchlarn

Während unseres Aufenthalts in der letzten Station der Nordeuropatour in Marbach an der Donau machten wir einen Radausflug nach Pöchlarn. Über die 2002 errichtete Donaubrück radelten wir entlang der Donau, vorbei an der Schiffsanlegestelle, in den Ort.

Das Denkmal ist dem Maler, Grafiker und ehemaligen Fährmann Franz Knapp (1916–2007) gewidmet, der in der Region als „der malende Fährmann“ bekannt war.
Er lebte und arbeitete von 1946 bis zu seinem Tod im Jahr 2007 in Pöchlarn. Er war als Fährmann tätig und hielt das Ortsbild sowie Motive der Region zeichnerisch und malerisch fest.

Foto von einem Wandbild in Pöchlarn

Oskar Kokoschka ist derzeit im Ort omnipräsent. Das Museum ist im Geburtshaus des Künstlers in der Regensburger Straße 29 untergebracht. Es zeigt eine ständige Präsentation über das Leben und Schaffen von Oskar Kokoschka.

Zur Stadterkundung nutzten wir hauptsächlich zwei Informationsquellen. Einerseits absolvierten wir drei Adventure Labs mit je fünf Stationen, die uns quer durch den Ort brachten.

Im Ort selbst gibt es umfangreiche Informationstafeln zur Ortsgeschichte.

Über die Geschichte der Arbeiter:innen ist oftmals in den öffentlichen Stadtchroniken wenig zu lesen. Die Arbeiter:innengeschichte in Pöchlarn ist eng mit dem Wandel von der historischen Handelsstadt an der Donau hin zu einem bedeutenden Industriestandort und Eisenbahnknotenpunkt im 19. und 20. Jahrhundert verknüpft.

Nein – das ist nicht ein Zellenfenster des Stadtgefängnises – es ist das Tischlersymbol in einem Fenster der Landesberufsschule.

An der Einmündung der Erlauf befand sich über Jahrhunderte ein Holzschwemmrechen (1719 – 1911). Hier verarbeiteten und sortierten zahlreiche Arbeiter das geschwemmte Holz aus dem Ötschergebiet.  
Im 19. Jahrhundert entstand in Pöchlarn (Ortsteil Am Rechen) das damals größte Sägewerk der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Es bildete das Fundament für die frühe Industriearbeiterschaft im Ort.

In der Geschichte Pöchlarns gab es mehrere Persönlichkeiten, die din er Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung oder sozialdemokratischen bzw. linken Parteien aktiv waren.
Karl Hager (1938–2010), SPÖ-Politiker, langjähriger Abgeordneter zum Nationalrat und Gewerkschafter.  
Franz David (1900–1992), Chirurg, Widerstandskämpfer und kommunistischer Politiker.  

Der Botschafter des Blauen Bandes“.
Es handelt sich um ein Gastgeschenk der deutschen Partnerstadt Riedlingen (Baden-Württemberg) an die Stadtgemeinde Pöchlarn anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft. Die Figur zeigt einen Reiher (das Wappentier bzw. ein prägendes Symbol Riedlingens, benannt auch in Verbindung mit dem Donau-Flussgebiet).
Das „Blaue Band“ steht für die Donau, welche die beiden Partnerstädte Riedlingen und Pöchlarn geografisch und kulturell miteinander verbindet.

Die Nibelungenstadt

Das Nibelungendenkmal erinnert an die Verbindung der Stadt mit dem mittelalterlichen Heldenepos Nibelungenlied. Pöchlarn erscheint dort als Bechelaren, Sitz des gastfreundlichen Markgrafen Rüdiger von Bechelaren auf. Das Denkmal versteht sich als Symbol des europaweiten Friedensgedankens und der kulturellen Verbindung von Städten entlang der Donau.

Das Pöchlarner Nibelungensymposium ist eine renommierte wissenschaftliche Tagungsreihe, die das mittelalterliche Nibelungenlied und die Sage aus historischer, literatur- und kulturwissenschaftlicher Perspektive beleuchtet.

Für uns war es Zeit zurück zufahren, denn wie man auf den Bildern sieht, kündigten die dunklen Wolken die vorhergesagte Gewitterfront an.

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