
Der Stegeborg Rundslinga (Stegeborg-Rundweg) ist ein beliebter, malerischer Rundwanderweg in der schwedischen Provinz Östergötland (nahe Söderköping). Er führt durch abwechslungsreiche Schärenlandschaften, Mischwälder und bietet beeindruckende Ausblicke auf die Bucht Slätbaken.
Mit dieser Beschreibung des Wanderweges im Kopf, starten wir nach einem gemütlichen und ausgiebigen Outdoor-Frühstück. Es geht etwas bergauf zum ersten Aussichtspunkt.


Dieser Baum war komplett von der Eichenmoosflechte überzogen.. Trotz des Namens handelt es sich botanisch gesehen nicht um ein Moos, sondern um eine Symbiose aus einem Schlauchpilz und Grünalgen. Wo sie vorkommt ist eine besondere Luftgüte vorhanden, denn sie wächst nicht bei Luftverschmutzung.
Eichenmoosextrakt enthält Inhaltsstoffe wie Atranorin und Evernion, die starke Kontaktallergien auslösen können. Die Nutzung in Kosmetika wird daher ih der EU streng begrenzt und reguliert. Früher wurde die Flechte genutzt, um Wolle in warmen Gelb-, Braun- und Grün-Tönen zu färben.

Unsere Wanderung war in vielerlei Dinger sehr wechselhaft, bezüglich der Landschaft, von Küstengebiet zu Weideland und Urwald und beim Wetter von herrlichen Sonnenschein zu plötzlichen Platzregen.



Die Eichenbestände im Umfeld von Burg Stegeborg gehen historisch auf die schwedische Krone zurück. Eichen standen früher unter königlichem Schutz, da das Holz vorrangig für den Bau von Kriegsschiffen der schwedischen Marine reserviert war.
Gerade im Gebiet rund um Skällvik und Stegeborg stehen einige der ältesten Eichen Östergötlands. Durch das milde Küstenklima und die jahrhundertelange Beweidung mit Vieh konnten sich die Bäume so mächtig ausbreiten – oft mit knorrigen, tief angesetzten Ästen und dicken Moosschichten am Stamm.

In Schweden nennt man diese alten Eichenhaine Hagmarkslandskap, und wenn die Eichen ein paar hundert Jahre alt sind, bekommt das Ganze genau diesen magischen, fast verwunschenen Urwald-Charakter (Trollskog).

Bei starken Wind wandert man hier besser nicht durch. Manche Bäume standen gefährlich schief und knarrten mächtig beim geringsten Windhauch.



Einige besondere „Mitwanderer“ entdeckten wir auch am Boden. Wahrscheinlich sind es Hirschkäfer. das rechte Exemplar ist das Weibchen.

Als der Platzregen einsetzte waren wir gerade bei dieser Hütte, wo über dem Eingang SJÖ-Torpet stand. Das könnte wörtlich übersetzt etwa das Seedorf oder die Seekate sein. Der Regenspuk dauerte 15 Minuten und dann war schnell wieder die Sonne

Zwischen erhaschten wir einen Ausblick auf die Küstenlandschaft. Hier ein Blick auf die Insel Kvarnholmen.



Disteln und Maiglöckchen


Wir marschierten an den Resten einer Mühle vorbei. An einem Waldsee, wurde früher Wasser aufgestaut, um genug Wasserdruck für das Mühlenrad zu erzeugen. Heute holt sich die Natur den Ort zurück.


Bei diesen kahlen, stehenden Birkenstämmen – in der Fachsprache nennt man sie Totholz-Monolithe oder auf Schwedisch Högstubbar (Hochstümpfe) – gibt es hauptsächlich zwei Gründe, warum sie dort so zahlreich stehen:
1. Wenn die alten, mächtigen Eichen im Laufe der Jahrzehnte ihr dichtes Blätterdach immer weiter ausbreiten, schatten sie die schneller wachsenden Birken komplett ab. Den Birken fehlt schlichtweg das Licht: Sie sterben langsam von oben herab ab, brechen bei Sturm in ein paar Metern Höhe ab und zurück bleibt nur der nackte, stehende Stamm.
2. Im Naturreservat rund um Stegeborg und Skällvik werden abgestorbene Birken oft absichtlich stehen gelassen (oder von Förstern sogar gezielt geköpft): Super-Schwamm Birkenrinde: Birkenrinde enthält den Stoff Betulin. Dieser sorgt dafür, dass die Rinde extrem witterungsbeständig ist und kaum verrottet – selbst wenn das Holz im Inneren schon komplett zu Staub zerfallen ist. Die Rinde bildet also eine Art stehendes „Schutzrohr“. Diese Stämme sind eine Goldgrube für die Artenvielfalt! Seltene Käferlarven, Wildbienen und Pilze besiedeln das morsche Holz. Für Spechte (wie den Schwarzspecht) sind diese stehenden Röhren wie eine Vorratskammer und die perfekte Nisthöhle.



Am Ende der Wanderung nach ca. 14 km durch Urwald hatten wir zwar keine hohen Berge erklommen. Dafür ging es in der Küstenlandschaft ständig bergauf und -ab. Ich verspürte eine gewisse Müdigkeit in den Muskeln und einen aufkommenden Muskelkater.
Zum Abschluss noch einen Geocache bei der Kirche.


Start und Ziel unserer Wanderung lag bei der Ruine Stegeborg.