Für unseren Besuch in Jyväskylä nutzen wir bei der Parkplatzsuche den Tipp unseres Womo-Reiseführers. Sie ist die siebtgrößte Stadt Finnlands und gilt als das Bildungs- und Kulturzentrum der Region Mittelfinnland und hat ca. 150.000 Einwohner.

In der am nördlichen Ufer des Päijänne-Sees gelegenen Stadt geht jeder vierte Einwohner zur Schule oder studiert. Für Architekturfans ist die Stadt ein absolutes Mekka. Der weltberühmte finnische Architekt Alvar Aalto ist hier aufgewachsen und hat nirgendwo sonst auf der Welt so viele Spuren hinterlassen wie hier. Über 25 von ihm entworfene Gebäude – vom Universitätscampus bis zum Museum – stehen in der Stadt und der näheren Umgebung.
Leider hatte das Museum am Montag geschlossen.


Wir starten unseren Rundgang am Campus Mattilanniem und nutzen dazu die Stationen des Adventure Lab. Dazu nutzen wir am Ufer von Mattilanniemi den Rantaraitti, einen sehr populärer Fuß- und Radweg, der einmal komplett um den See Jyväsjärvi führt.

Im Jahr 2002 hat der bekannte finnische Bildhauer Harald Karsten (der für seinen humorvollen, absurden und gesellschaftskritischen Stil berühmt war) eine Skulptur namens „Kakophone“ direkt auf dieser Route am Seeufer platziert.
Es gibt ein brandneues, sehr interessantes Kunstprojekt in Jyväskylä, bei dem der Begriff „Kakofonie“ eine zentrale Rolle spielt: die experimentelle Klanginstallation „Antroposooni“.
Die Ausstellung setzt sich auf kreative Weise mit dem vom Menschen verursachten Artensterben und dem Wandel unserer Umwelt auseinander. Folgende Beschreibung habe dazu gefunden:
Die experimentelle Klanginstallation „Antroposooni“. wurde von den Künstlern Joonas Ahtikallio und Toni Essel im Rahmen des Ääniasema-Festivals (Klangstations-Festival) im Kunstraum Taidetila Hoppa in Jyväskylä präsentiert.
Die Künstler haben Klangschleifen (Audio-Loops) auf analogen Kassetten installiert, die über den gesamten Ausstellungsraum verteilt sind. Auf diesen Bändern laufen Tonaufnahmen von bedrohten nordischen Vogelarten sowie Aufnahmen von schmelzenden Gletschern aus Norwegen.
Die Zerstörung des Klangs: Im Laufe der Ausstellungsdauer reiben die Kassettenrekorder durch mechanische Barrieren das Magnetband der Kassetten bewusst auf. Der idyllische Naturklang verzerrt sich dadurch, wird leiser und verschwindet am Ende ganz – eine Metapher für den Verlust der Artenvielfalt.
Die Entstehung der Kakofonie: Gleichzeitig fängt ein Mikrofon außerhalb der Galerie die echten, aktuellen Geräusche der Stadt Jyväskylä (Verkehr, Baustellen, Menschen) in einer einminütigen Schleife ein. Diese städtischen Geräusche werden Schicht für Schicht über die verblassenden Naturklänge gelegt. Im Laufe der Zeit vermischen sich die urbanen Töne zu einer lauten, unkontrollierten Kakofonie (einem extremen Störschall), die am Ende in einem undefinierbaren Rauschen gipfelt.

Das Kunstwerk wurde 1991 von dem Künstler Kaj Liljeblad geschaffen. Es besteht aus massiven, schweren Steinen (oft roher Granit), die unvollendet oder grob behauen wirken. Das Besondere: Diese Steine sind tatsächlich von einer Struktur umgeben, die an Gitterstäbe oder einen metallischen Käfig erinnert, beziehungsweise in die Ufermauer integriert sind. Es ist ein handfestes Denkmal, das die harte, schwere der finnischen Steinmetze und Steinarbeiter ehren soll, die mit ihrer Muskelkraft das Fundament für viele Straßen und Mauern der Stadt gelegt haben.
Ein weiters Kunstwerk entworfen von Kaj Lijeblad ist der Steinmeissel in der Ufermauer. Ursprünglich sollte die gesamte Ufermauer aus diesem schwarzen Granit bestehen. Aus Kostengründen entschied man sich für eine andere Variante.

Das zentrale Element des Kunstwerks ist ein echter, großer Steinmetzmeißel, der so in die Mauer eingelassen wurde, dass es aussieht, als würde er einen der wuchtigen Granitblöcke direkt durchbohren oder spalten.
Das Kunstwerk wurde in einer Korpilahti-Steinmetzerei gefertigt. Der Meißel, der im Stein steckt, symbolisiert die Kraft, die nötig war, um das harte Material zu bezwingen.

Am Ende unserer Tour landeten wir bei „Keinuja“ (Der Schaukelnde) von Miina Äkkijyrkkä. Diese lebensgroße Figur schaukelt scheinbar schwerelos direkt unter der großen Kuokkala-Brücke. Er ist Teil eines dreiteiliges Kunstwerk im öffentlichen Raum, das sich direkt am Uferweg Rantaraitilla im Bereich Mattilanniemi befindet.
Wir geniessen das Leben und Treiben an der Promenade mit einem Drink und einen kleinen Snack bevor wir zum Campingplatz Hännilänsalm weiterfahren. Bei der Abfahrt merken wir unsere Abhängigkeit von der Technik. Wir vertrauen der Streckenführung des Navi. Wir nehmen eine Route durch die Stadt in etwa 3 km und landen fast wieder beim Parkplatz. Wir hätten bei der Ausfahrt nur rechts abbiegen müssen.
Noch ein paar abendliche Fotos vom Campingplatz. Dessen Beschreibung findet ihr unter Campingplätze und Stellplätze.

