Ein Ort, der sich seiner Geschichte stellt.

Brigitte und ich besuchten während unserer Ostertour auf dem Weg nach Ardagger die Ortschaft Gusen im Mühlviertel. Der Ort ist öfters in den internationalen Schlagzeilen weil sich hier ein grossen und wichtiges Aussenlager des KZ Mauthausen befand. Zur Zeit laufen gerade unter Mitwirkung der Bevölkerung die Planungs- und Ersten Bauarbeiten zur Erweiterung der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslager in Gusen.

Nach 1945 wurde das Areal des Lagers Gusen mit Wohnhäusern überbaut und von Gewerbe- und Industriebetrieben genutzt. Nur um den Krematorium-Ofen entstand eine von ehemaligen Häftlingen initiierte internationale Gedenkstätte.
Nach dem Besuch des Informationszentrum machen wir uns auf den Weg zu einem Spaziergang, um die Stationen eines Adventure Lab zu besuchen, der sich mit der Geschichte des Konzentrationslagers beschäftigt.

Wir möchten euch verschiedene Orte aus der NS-Zeit rund um Gusen zeigen. Uns sollten alle in Erinnerung bleiben die sich gegen die Grausamkeiten wehrten. Sie haben Widerstand dagegen geleistet damit wir ein normales freies Leben genießen können.

Diese Baracken dienten früher als Wächterlager. Nach dem Jahr 2000 wurden dort Flüchtlinge untergebracht und heute stehen die Baracken leer.

Dieses Bild zeigt das ehemalige SS-Versorgungsgebäude.

Roter Punkt rechts unten unser Standort, 1 = Krematorium, 2 = S-Wachgebäude, 3 = SS-Versorgungsgebäude. 4 = Apellplatz, 5 = Schotterbrecher

Die Schleppbahnbrücke

GEQUÄLT – GEMORDET

Für die Installation setze ich Materialien, die für diese Zeit symptomatisch waren, ein, d.s. Stahl – Beton – Granit. Das Mahnmal nimmt Bezug auf die damalige Situation des Raumes St. Georgen – Gusen. Die Betonsteher für die elektrisch geladenen Zäune sind symbolhaft für das Stollenprofil (Bergkristall). Die Anordnung der Steher soll das Gefühl der Einkerkerung – der Unentrinnbarkeit ausdrücken. Gleich überdimensionalen Krallen umspannen sie den in Ketten gelegten Mensch. Der Granitblock ist ausgebildet als Opferstein, auf dem Abertausende einem mörderischen Wahnsinn geopfert wurden. Die auf der Oberseite des Blockes herausgehauene
Schale mit den Blutrillen erinnert einerseits an die Seziertische im Lager, andererseits ist sie Kristallisationspunkt für Blut und Tränen der Opfer.


Das Fundament – eine Stahlbetonplatte mit oben aufgelegtem Bewehrungsgitter, ist nur an einzelnen Stellen sichtbar. Ein fundamentaler Faktor für den „Erfolg“ dieses totalitären Systems war der Aufbau von klaren Machtstrukturen, die das Volk einem Netzwerk (Gitter) gleich umspannte. Gut getarnt durch Ablenkung (z. B. Aufbau von Feindbildern) war das Netz für die Masse nicht sichtbar, für manche erahnbar die aber wurden aus dem Weg geräumt. Heute, am Beginn des neuen Jahrtausend – des Informationszeitalters – sind wir alle zu besonderer Wachsamkeit und Sensibilität aufgerufen. Ein globales Informationsnetz ermöglicht ungeahnten Fortschritt und Erfolg, birgt aber auch die Gefahr der unkontrollierbaren Manipulation und des Missbrauches. (Text stammt von der Beschreibung vor Ort)

Foto von Informationstafel zum Stollen „Bergkristall“

Stollenanlage Bergkristall

B8 Bergkristall war die Tarnbezeichnung für die ab 1944 in St. Georgen an der Gusen, durch den SS-Führungsstab B8 eingerichtetes unterirdisches Flugzeugwerk für die Großserienproduktion von Düsenjagdflugzeugen des Typs Messerschmitt Me 262.Hier wurde in 13 Monaten Bauzeit schufen Häftlinge des Konzentrationslagers Gusen II in nur 13

Monaten Bauzeit schufen Häftlinge des Konzentrationslagers Gusen II in nur 13 Monaten Bauzeit einen der größten und modernsten unterirdischen Produktionskomplexe des deutschen Reichs.

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