Hoch hinauf zur Lasithi-Hochebene

Heute besuchen wir den Palast in Malia. Die dritte minoische Ausgrabungsstätte – jetzt können wir uns bald blind in diesen Palästen bewegen. Dann zweigen wir ab zu einem Frauenkloster bevor wir die Lasithi-Hochebene erreichen. Am Rückweg zum Hotel machen wir einen Zwischenstopp bei der größten Platane Griechenlands.

Der Palast von Malia

Der erste Palast Malias dürfte etwa 1900 v. Chr. errichtet worden sein. An der Nordwestseite der Gesamtanlage befinden sich Reste des ersten Palastes. Anzeichen für eine noch ältere Bebauung wurden gefunden. Malia wurde zwischen 1750 und 1700 v. Chr. durch ein schweres Erdbeben zerstört. Die Palastanlage wurde schon wenige Jahrzehnte später an derselben Stelle noch größer wieder aufgebaut. Die meisten, der heute sichtbaren Ruinen stammen aus dieser zweiten Periode. Da die Paläste den selben Grundriss haben, wurden wir von der Fremdenführerin geprüft, ob wir bei den beiden ersten Ausgrabungen aufgepasst hatten.

An der Südwestseite befindet sich ein ungewöhnlich bearbeiteter Stein von etwa 90 cm Durchmesser, der Kernos, einem Mühlstein nicht unähnlich, mit einem Zapfenloch im Zentrum und 34 kranzartig verteilten, napfartigen Vertiefungen sowie einer seitlich herausragenden Vertiefung. Es wird angenommen, dass es ein Opferstein war. 

Das Nonnenkloster Kera Kardiotissis

Beim Geocaching in Melia waren wir nicht erfolgreich, denn der Cache befand sich im abgesperrten Bereich. Im Nonnenkloster bekamen wir zuerst eine floristische Einweisung über die typischen Bäume Kretas im Hof des Klosters. Die Orthodoxe Kirche Kretas untersteht direkt dem Patriarchen in Istanbul.

Die Kirche des Klosters stammt aus dem 14. Jahrhundert. Die Fresken in der Kirche gehören zu den besterhaltenen auf Kreta. In der Zeit, als Kreta zum Osmanischen Reich gehörte (17. bis 19. Jahrhundert), diente das Kloster als geheimer Treffpunkt und Schule für die griechische Bevölkerung.

Klosterkirche der Nonnen

Unter den strengen Blicken einer Novizin, besichtigten den reich mit Ikonen geschmückten Innenraum. Immer wieder sorgten gläubige BürgerInnen mit dem Küssen der Ikone bei uns für Ablenkung. Die Minoer waren bei ihrer Religionsausübung wesentlich fortschrittlicher als die katholische oder orthodoxe Kirche. Bei den Minoer waren Oberpriesterinnen hohe WürdenträgerInnen. Bei beiden Glaubensrichtung dürfen Frauen kein liturgischen Funktionen übernehmen. Zwar dürfen Priester vor der Priesterweihe heiraten, aber höhere Funktionen wie Bischof, usw. bleiben ihnen verwehrt.

Ausblick vom Kloster Richtung Nordküste Kretas

Lasithi – Hochebene

Der fruchtbare Ackerboden der Hochebene wird im Frühjahr durch die Schneeschmelze der umliegenden Bergspitzen überflutet. Das Wasser sammelt sich in Kalksteinkavernen. Einziger Abfluss ist die Kaverne des Chonos im Westen der Ebene.

Windmühlen für die Bewässerung wurden in den 1920er Jahren eingeführt, vorher waren handbetriebene Ziehbrunnen (gerani) in Gebrauch. 

Mittagessen in Tzermiadon

Kartoffeln wurden erst nach der Einführung der Windmühlen angebaut, vorher beschränkte man sich auf trockenheitsresistentere Kultivare wie Getreide (vor allem Weizen) und Hülsenfrüchte. Die Ebene wurde 1964/65 an das Elektrizitätsnetz angebunden, vorher dienten Öllampen zur Beleuchtung.

Der Hauptort der Lassithi-Ebene Tzermiadon ist vom Tourismus weitgehend verschont geblieben. Wir steigen vom Bus aus und zwei Kreter stehen mit Speisekarten bereit. Im Speiseraum knistert das Holz am offenen Kamin. Auf einer Theke stehen Weinkrüge gefüllt mit Rotwein bereit für durstige Kehlen. Kaum sitzen wir, tritt ein rotbärtiger Hochlandeinwohner mit stattlicher Figur an unserem Tisch heran und spricht uns mit gutem Deutsch an. Er nimmt unsere Bestellungen auf. Wir folgen einer Empfehlung und bestellen eine Portion Lamm- und Ziegenfleisch geschmort im große Topf. Der geschickte Hercules unterbutterte uns noch einen kleinen Salat für uns Beide. Das Gläschen Rotwein hatte einen eigenwilligen aber guten Abgang. Das Fleisch war herrlich durchzogen mit kräftigen Geschmack. Für uns ein gelungenes Mittagessen.

Wir machten noch eine kleine Geocachingtour auch als Verdauungsspaziergang. GC2X117 – nostimo #1 von schnaffels – wir suchten ihn bei einer Taverne als gerade direkt neben uns ein Auto einparkte. Die Beifahrerin stieg aus und rief uns zu „Geocaching“ und fuchtelte mit den Armen Richtung Versteck.

Das politische Kaffee hat in Kreta noch Tradition:

  • im Kaffee mit blauen Türen und Fenstern treffen sich die Konservativen
  • im Kaffee mit grünen Türen und Fenstern treffen sich die Sozialisten
  • im Kaffee mit roten Türen und Fenstern treffen sich die Kommunisten

Krasi

In Krasi steht die größte Platane Kretas. Sie wird auf ein Alter von 1800 bis 2000 Jahre geschätzt und hat einen Stammumfang von etwa 20 m

Auch versuchen wir unser Glück beim Geocaching GC895AY – monumental Plane Tree von JoNe 2000 . Den zweiten Cache fanden wieder ein spannender Nachmittag.

Niemand kann der Zeit entkommen

Reiseleitung

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