Heißer Wind über dem Grauen

Von 29. Juli bis 1. August haben. wir unser Womo auf dem CP in Ettersburg abgestellt. Dies ist für uns ein idealer Ausgangspunkt für den Besuch der Gedenkstätte Buchenwald und Weimar.

Gedenkstätte Buchenwald

Wir kommen von Ettersburg quer durch den Wald. Eine Abbiegung nehmen wir falsch und nach einer heftigen Steigung stehen wir Metallstelen mit Nummern und dem Vermerk „unbekannt“. Später erfahren wir das sind Gedenkhinweise auf jene Personen, die in den Jahren 1945 bis 1950 aus dem sowjetischen Stammlager 2 im Wald vergraben wurden. Erstmals macht sich eine bedrückende Stimmung bei uns breit.

Im Vordergrund: Tod durch Arbeit – im Hintergrund: der Speicher, wo die SS, die konfiszierten Habseligkeiten hortete

Dann nähern wir uns der Gedenkstätte Buchenwald. Vorbei am ehemaligen Eingangsbereich und dem Kommandogebäude nähern wir uns dem Lagertor. Zwei Gruppen lauschen gerade ihren Guides und so bekommen wir dir „grausige Funktion“ der Häftlingszellen hier mit. Ein bestialischer Wärter Namens  „Sommer“ trieb hier sein Unwesen. An den Gedenktafeln sehen wir, wer hier leiden und sterben musste – mit Österreichbezug – auch ein Pfarrer aus Schwanenstadt, sowie ein weiterer österreichischer Pfarrer. 

Dann durchschreiten wir das Tor – eine riesige Fläche, wo die ehemaligen Baracken standen – schwarze Steinflächen, die den Grundriss solcher Baracken zeigen. Ein heißer Wind in der drückenden Hitze drückt uns noch zusätzlich. Allein die vage Vorstellung, denn wirklich vorstellen können wir es uns nicht, macht traurig, zornig, wütend und hilflos zugleich. 

Mahnmal im ehemaligen
Kinder- und Jugendlager

Wir steuern die zentrale Gedenkstätte an und starten unseren Rundgang. Immer wieder Mahnstätten an die Tausenden Opfer und Hinweise auf die Greueltaten der Nazis. Immer wieder eine Steigerung der Niedertracht und Mord- und Folterlust der quälenden Nazi-Peiniger – Lager 2 mit den fürchterlichen hygienischen Umständen – das Krankenlager, wo Menschen den Nazi-Ärzten als „Menschenmaterial“ zur Verfügung gestellt wurde. Dann das Kinder- und Jugendlager. Und doch auch Hinweise auf den mutigen und engagierten Widerstand.

Urnen aus dem Krematorium

Besonders arg wird es für uns in der Gedenkstätte im ehemaligen Krematorium – hier ein Andenken an Jura Soyfer – und den Räumen, wo die Gestapo-Erschießungskommandos massenweise Soldaten aus der sowjetischen Armee durch Genickschüsse hinrichteten.

Unser Rückweg geht wieder durch den Wald – schweigsam und mit dem festen Willen etwas für das Gedenken und die Aufklärung zu tun.

Die Zeitschneise

Dieser weg wurde uns vom CP-Besitzer zum Anmarsch zur Gedenstätte empfohlen. Die sogenannte Grünehausallee, Teil einer Jagdschneise aus dem 18. Jahrhundert, hatte 1937 als Bezugslinie beim Bau des Konzentrationslagers gedient. Sie wurde zu einem begehbaren Weg – „Zeitschneise“ – ausgebaut, der Schloss Ettersburg und Buchenwald verbindet. (Projekt der Kulturstadt Weimar 1999 GmbH in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Buchenwald, Idee und Konzept: Walther Grunwald, Berlin.)

Schloss Ettersburg

Obwohl das Schloß als Weltkulturerbe anngeführt ist, fiel uns zweimal das leere Schloßrestaurant auf. Wahrscheinlich zu exklusiv für uns.

Weimar

Mit der Linie 4 von der CP-nahen Haltestelle „Ettersburg am Kießling“ ins Zentrum von Weimar zum Götheplatz. Dort haben wir eine kleine Einführung durch einen netten älteren Herrn bekommen. Er gab uns einige Empfehlungen zur Besichtigung und schilderte uns ein paar historische Ereignisse zur rechten Geschichte von Weimar.

Hier dreht sich vorerst alles um die Viererbande. Johann Wolfgang Goethe und FriedrichSchiller eh klar – dazu kommen noch Christoph Martin Wieland und Johann Gottfried Herder. Insgesamt ein interessante, sehr kulturell angelegte Stadt mit feinen Stadtkern.

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