Gefängnismuseum Vita Björn (Weißer Bär)

Das Krone Gefängnis, Vita Björn (Weißer Bär), in Kastelholm wurde in 1784 gebaut, und wurde bis 1975 als Untersuchungsgefängnis benutzt, bis es durch eine neue Anlage ersetzt wurde. Wirnutzen den Text, der uns am Eingang zur Verfügung gestellt wurde. Die doppelseitigen Erklärung haben wir kopiert und nutzen sie auszugsweise für unseren Eintrag.

Im Gefängnis sind vier Zellen eingerichtet, welche die aufeinanderfolgenden Zeitperioden repräsentieren: 1800, 1850, 1900 und 1950. Der Flur in der Mitte war ursprünglich eine Wachstube, konnte jedoch, wenn die Notwendigkeit bestand, als Zelle verwendet werden.

In diesem Zimmer sind Fesseln und Fußschellen aus verschiedenen zeitlichen Perioden zu sehen. Die mit langen Kettengliedern sind eine ältere Variante, und die mit runden Kettengliedern sind neuere. Die Hand-Fesseln mit Schrauben sind die älteste. Am Fenster sind verschiedene Werkzeuge zu sehen, um den Gefangenen das Eisen anzulegen oder abzunehmen.

Das Rechtssystem und die Art und Weise wie Gesellschaften mit verurteilten Menschen umgehen ist für mich immer ein Spiegelbild und einer der Gradmesser für die Qualität dieser Gesellschaft. Klar ist, dass es auch hier historische und soziale Entwicklungen zu berücksichtigen gibt. In Ländern wie den Iran, die USA, China und Russland als Beispiele, wo die Todesstrafe vollzogen wird, halte ich nach wie vor unzivilisiert und sie haben ein möderisches Rechtssystem. Aber auch die letzten Ereignisse in österreichischen Gefängnissen sind höchst aufklärungswürdig.

Die Zelle, 1800 – Die Ausstattung der Möbel ist spartanisch, der Vorrat an Fesseln und Fußschellen war jedoch mehr als gedeckt. Das Bett hat eine Strohmatratze und ist fumindestens zwei Personen ausgelegt. Das Bettzeug konnte die Abnutzung von Fesseln und Fußschellen aushalten. In der Ecke ist ein so genannter Rohrofen und daneben steht ein Spucknapf. In der rechten Ecke steht ein Kübel. Die sanitären Bedingungen waren schlecht. Aus alten Dokumenten geht hervor, dass die Zelle oft durch das Verrennen von Wacholder- oder Kieferzweigen beheizt wurden. Licht kam von einer einfachen Fackel aus Holz. Das Fenster konnte mit eisernen Fensterläden geschlossen werden, und die Türen konnten mit Balken und Vorhängeschloss verriegelt werden. Bei Gelegenheiten konnten sechs oder mehr Gefangene gleichzeitig in einer Zelle gehalten werden – Männer, Frauen und Kinder. Diejenigen, die keinen Platz im Bett finden konnten, mussten im Heu auf dem Boden schlafen.

Ab 1850 wurden Männer und Frauen in getrennte Zellen gehalten. Kinder haben oft ihre Mütter begleiteten. Eine Gefängnisuniform wurde für die Insassen ausgeteilt und sogar Kinder trugen diese Uniform, während ihrer Zeit im Gefängnis. Die Betten konnten wegen des Liege-Verbots während des Tages zusammengeklappt werden. Unter dem Bett ist eine Bank, die benutzt wurde, als das Bett eingefaltet war. Die Tür ist mit einer Beobachtungsluke ausgestattet. Die Wärmequelle ist in Form eines Kachelofens, der wie eine Speicherheizung funktioniert hat. Der Spucknapf und der Kübel sind noch da, sowie die schlechte Hygiene und der Geruch. Schäkel und Fußschellen waren noch im Gebrauch als Mittel der Bestrafung.

Bis 1950 war es auch üblich, dass Auspeitschen durchgeführt wurde. Die Regeln des Gefängnisses und des Katechismus wurden an den Wänden jeder Zelle verzeichnet. Bibeln waren auch verfügbar. Die sanitären Bedingungen hatten sich bis dahin verbessert, aber die Gefangenen hatten das Recht, wie früher, die Sauna mehrmals im Monat zu benutzen. Die Tür hatte eine Beobachtungsluke und eine Nahrungsmittelluke, sodass die Wache nicht die Tür öffnen musste. Die Gefangenen konnten von der Außenwelt völlig isoliert werden.

Ab 1950sind die Zellen für zwei Personen vorgesehen. Jedes Bett ist komplett mit der Decke, Bettlaken, Kissen und Strohmatratze ausgestattet. Das Laken hat das gleiche Rot auf grauen Streifen wie die Gefängnisuniform. Das Hemd mit dunklen Schulterflecken wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts eingeführt (und wurde bis in die 1980er Jahre gebraucht). Fesseln und Fußschellen wurden nur während des Transports von Gefangenen und nicht als eine Form der Bestrafung verwendet. Die sanitären Bedingungen wurden erheblich verbessert und den Gefangenen wurde mehr Zeit draußen gewährt.

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