Von Bad Abbach radeln wir entlang der Donau ca. 20 km in die viertgrößte Stadt der Oberpfalz nach Regensburg. Sie zählt zu den ältesten Städten Deutschlands und wurde als römisches Kohortenkastell und spätes Legionslager Castra Regina 179 n. Chr. unter Kaiser Mark Aurel gegründet.


Der Brückturm steht am südlichen Ende der Steinernen Brücke und bildet das historische Stadttor zur Altstadt hin. Er ist der einzige erhaltene von ursprünglich drei Türmen der Steinernen Brücke. Unterhalb der Uhr sind Statuen zu sehen (unter anderem Kaiser Karl IV.). Rechts neben dem Brücktor ist zudem der historische Salzstadel zu sehen, der heute u. a. das Besucherzentrum Welterbe Regensburg beherbergt.

Das Goliath-Haus ist eine mittelalterliche Patrizierburg aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Der Name des Hauses leitet sich mutmaßlich von den Goliarden (fahrenden Scholaren) ab, die hier im Mittelalter ein Herberge hatten, doch das riesige Gemälde nahm das Wortspiel auf und wurde zum Namensgeber im Volksmund. Es zeigt die biblische Szene des Zweikampfs zwischen David und Goliath.
Das ursprüngliche Fresko wurde um 1573 von Melchior Bocksberger geschaffen und im Laufe der Jahrhunderte mehrfach restauriert und erneuert.


An dieser Stelle traf Kaiser Karl V. während des Reichstages im Jahr 1546 auf die junge Regensburger Bürgerstochter Barbara Blomberg („die Schöne Barbara“). Aus dieser Liaison ging 1547 der gemeinsame Sohn Don Juan de Austria hervor, der später als Feldherr der Heiligen Liga in der Seeschlacht von Lepanto (1571) gegen die osmanische Flotte Berühmtheit erlangte.
Das ist die Statue von Don Juan d’Austria auf dem Zieroldsplatz. Die Bronzestatue ist ein Abguss des Denkmals in Messina (Sizilien), das von Andrea Calamech im Jahr 1572 geschaffen wurde.
Das Regensburger Denkmal wurde 1978 anlässlich des 400. Todestages von Don Juan errichtet.

Es erinnert an das erste Regensburger Religionsgespräch im Jahr 1541, das von Kaiser Karl V. während des Reichstages einberufen wurde, um die Kirchenspaltung friedlich beizulegen. Links ist der katholische Theologe Dr. Johannes Eck zu sehen, rechts der protestantische Reformator Dr. Philipp Melanchthon.

Der Regensburger Dom gilt als eines der bedeutendsten Werke der Gotik in Bayern. Der Bau begann um 1273/1275, wobei die charakteristischen Turmspitzen erst im 19. Jahrhundert (1859–1869) vollendet wurden.

Die Kirche steht auf dem Gelände des ehemaligen mittelalterlichen Judengettos (Judenviertel). Nach der Vertreibung der Regensburger Juden im Jahr 1519 wurde das Viertel zerstört und anstelle der Synagoge wurde zunächst eine hölzerne, kurz darauf eine steinerne Wallfahrtskirche zur „Schönen Maria“ errichtet.
Ab 1542 wurde der Bau gestoppt und die Kirche zur ersten protestantischen Pfarrkirche der Stadt Regensburg umgewandelt

Max Uhlfelder stammte aus Regensburg und betrieb dort ein Textil- und Modewarengeschäft (das bekannte Kaufhaus Uhlfelder in der Altstadt). Nach jahrelanger Entrechtung, Boykottmaßnahmen und der Enteignung jüdischen Eigentums wurde er im September 1942 im Alter von 77 Jahren in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo er wenige Monate später starb.
Elise Sommer war die Ehefrau von Julius Sommer. Sie wurde im September 1942 gemeinsam mit ihrem Mann nach Theresienstadt deportiert. Nach dem Tod ihres Mannes verblieb sie dort, bis sie im Mai 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau überstellt und dort ermordet wurde.
Julius Sommer war ein jüdischer Kaufmann in Regensburg. Während der Novemberpogrome 1938 wurde er wie viele jüdische Männer verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau verschleppt („Schutzhaft“). 1942 wurde er im hohen Alter zusammen mit seiner Frau Elise nach Theresienstadt deportiert, wo er am 30. Juni 1943 zu Tode kam.

Der Altmühl-Brunnen besteht aus Granit. Das Design nimmt Bezug auf die Entstehung und Form von Tropfsteinen sowie die Karstlandschaft des Altmühltals. Der Brunnen steht zentral auf dem Kassiansplatz mitten in der Regensburger Fußgängerzone und wurde vom Regensburger Bildhauer Leopold Hafner geschaffen.

Die Neue Waag diente der Freien Reichsstadt Regensburg ab 1441 als städtische Waage, in der Handelswaren vor dem Verkauf offiziell gewogen wurden, sowie später als Ratsherrentrinkstube. Die Motive der Bronzetür greifen die historische Nutzung des Gebäudes für Handel, Eichung, Maß und Genuss bildlich auf.
Oben links als direktes Symbol für das Abwiegen von Waren und die Gerechtigkeit beim Handel. Merkur mit seinem Stab als Götterbote und Schutzpatron der Kaufleute und des Handels). Bacchus oder Dionysos mit Trauben und Trinkgefäß als Sinnbild für den Weinhandel, Gastlichkeit und die Ratsherrentrinkstube.

Die Figur symbolisiert die städtischen Freiheitsrechte sowie die Unabhängigkeit der Freien Reichsstadt Regensburg gegenüber dem Bischof. Laut Regensburger Volkssage stellt die Figur den Baumeister der Steinernen Brücke dar, der mit dem Teufel eine Wette einging, ob er die Brücke schneller fertigstellen könne als der Baumeister des Regensburger Doms.
Nach einer kräftigen Stärkung bei der „Wurstinsel“ an der Steinernen Brücke war es Zeit für uns wieder mit dem Rad Richtung Bad Abbach zurück zu fahren.


