Bereits im 13. Jahrhundert begann am Silberberg die Suche nach Edelmetallen. Ursprünglich auf der Suche nach Silber, verlagerte sich der Abbau später vor allem auf Vitriol und Eisenvitriol für die Tuch- und Farbindustrie sowie zur Produktion von Polierrot. Der Bergbau wurde bis zur Einstellung im Jahr 1962 kontinuierlich betrieben.

Wir parken uns am Parkplatz (49°04‘16.2“ N, 13°07‘08.2“ E) ein. Mit einer Nostalgiefahrt im Doppelsessellift fahren wir zur Mittelstation. Hier ist der Zugang zum Besuch des Schaubergwerks. Wir haben Glück, denn in 15 Minuten starten ein Rundgang ins Bergwerk.

Polierrot verwendet man zum Feinschliff und zur Endpolitur von optischen Linsen, Prismen, Gläsern und Spiegeln. Das hochwertige Feinpoliermittel wird auch zum schonendenPolieren von Sammlermünzen, Gravuren, Edelsteinen und Marmor verwendet.

Ein Bremsberg im Bergbau ist eine geneigte Förderstrecke (Schrägschacht oder schräge Ebene), auf der Erz, Gestein oder Material ausschließlich durch die eigene Schwerkraft von einer höheren auf eine tiefere Sohle transportiert wird.
Am Silberberg in Bodenmais nutzten die Bergleute dieses Prinzip, um das schwere Erz aus den oben liegenden Abbaufeldern ohne zusätzlichen Motorantrieb nach unten zu befördern. Der uns führende Bergmann erklärte und zeigte uns im Schaustollen diese Beförderungsmethode..

Das Erz im 955 Meter hohen Silberberg wurde über ein verzweigtes Stollennetz von mehr als 20 Kilometern Länge abgebaut.

Basierend auf dem ausgehobenen Hohlraumvolumen unter Tage (über 20 km Stollennetz) und den bekannten Jahresdurchschnitten wird die insgesamt aus dem Berg gebrochene Erz- und Gesteinsmenge historisch auf mehrere hunderttausend Tonnen geschätzt.
Am Weg hinunter zur Talstation und zurück zum Parkplatz gab es leuchtend rote Überraschungen.


Wir finden am Weg einige Fliegenpilze. Die klassische leuchtend rote bis orange-rote Huthaut ist mit feinen, weißlichen bis gelblichen Flocken (Resten des Gesamtschleiers) besetzt.
Bereits im Mittelalter beobachtete man, dass der Pilz Fliegen anlockt und betäubt. Diesen Umstand nutzte man zur Schädlingsbekämpfung.