Wir sind nach einer ruhigen Nacht an Bord der Norröna gut in Seyðisfjörður auf Island gelandet. Nach der Zollkontrolle führt uns die Routenplanung zuerst nach Borgarfjörður zum Campingplatz. Grauer Himmel, Temperaturen um die 7 Grad Celsius, starker Nebel auf den Passstrassen, immer wieder Regenschauer und eine grandiose Landschaft, die mich zuerst an die Fjellgebiete in Nordnorwegen erinnert. Je länger der Aufenthalt dauert, umso größere Unterschiede bemerke ich zu Norwegen.
Nach dem Frühstück, das wir hier am CP nachholen zieht es uns auf Anraten von Eva, ein Tourguide unserer Gruppe trotzdes Wetters nach Hafnarholmi zur Papageientaucherkolonie.

5 km vom Cp entfernt steuern wir den Vogelfelsen Hafnarholmi an. Der kleine Vogelfelsen ist über Holztreppen und Aussichtsplattformen leicht zugänglich, hier brüten ca. 10.000 Papageientaucher-Paare. Wir sind überrascht, dass wir hier den Vögeln, die für mich ein trolliges Aussehen haben, so nahe kommen können.

Beim Beobachten der Vögel, die hier überhaupt keine Scheu vor den Menschen haben, wurken sie wie kleine Pinguine, die fliegen können und einen bunten Schnabel haben. Sie brüten hier in Erdhöhlen.


Beim Fliegen über dem Meer erreichen sie Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h. Wegen ihrer kurzen Flügelspannweite müssen sie dafür ihre Flügel über 300 mal pro Minute bewegen. Der schnelle Flügelschlag beim Start wirkt wie ein startender Hubschrauber. Bei der Landung kommen sie in der Luft fast zu stehen und ein paar Zentimeter über dem Boden fallen sie runter und federn die Landung mit ihren knallroten Füssen ab.

Papageitaucher können bis zu siebzig Meter tauchen, finden jedoch gewöhnlich ihre Nahrung in geringeren Gewässertiefen. Nahrung suchen die Vögel tauchend, unter Wasser bewegen sie sich mit den Flügeln vorwärts (flügeltauchend). Papageitaucher tragen die gefangenen Fische quer im Schnabel. Sie werden mit der Zunge gegen den Oberschnabel gedrückt, bis die ganze Schnabellänge mit Fisch gefüllt ist.

Auf dem Boden verbringen sie viel Zeit damit, sich zu putzen, Öl aus ihrer Putzerdrüse zu verteilen und jede Feder mit dem Schnabel oder der Kralle in die richtige Position zu bringen.


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